Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien bauen gemeinsam die nächste Generation von Kriegsschiffen, während die EU ihre Ausgaben für maritime Sicherheit binnen eines Jahres um fast ein Fünftel steigert. Der Grund: wachsende Bedrohungen auf, über und unter dem Meer.
Die EU stockt ihre Ausgaben für die maritime Verteidigung auf. Die Bedrohung für ihre Häfen, Unterseekabel und Offshore-Anlagen nimmt zu.
Neunzig Prozent des EU-Handels, der Energieversorgung und des Internetdatenverkehrs laufen über den Seeweg. Das macht die Union anfällig für hybride Angriffe und Cyberattacken, für Spannungen an den Seegrenzen und für Sabotageakte gegen kritische Infrastruktur, auch aus Russland.
Brüssel hat seine maritime Sicherheitsstrategie im März 2023 überarbeitet. Seitdem fließt deutlich mehr Geld in die Verteidigung zur See. Die EU-Staaten gaben 2024 insgesamt 343 Milliarden Euro für Verteidigung aus, ein Plus von 19 Prozent im Jahresvergleich. Die Beschaffung von Ausrüstung legte dabei um 39 Prozent zu. 2025 erreichten die Verteidigungsausgaben mit 392 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Ein großer Teil davon stammt aus dem SAFE-Fonds über 150 Milliarden Euro im Rahmen des EU-Fahrplans Readiness 2030.
Ein erheblicher Teil des Geldes fließt in den Schiffbau. Die maritime Verteidigungsindustrie der EU produzierte 2025 Schiffe im Wert von 13,7 Milliarden Euro, davon rund zwei Drittel Überwasserschiffe. Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien standen zusammen für 82 Prozent der Produktion. Die Werften Naval Group, Fincantieri, Thyssenkrupp Marine Systems und Navantia arbeiten im Projekt European Patrol Corvette zusammen und sichern sich zugleich Rüstungsaufträge im Milliardenumfang mit Norwegen und Indonesien.