Durch Hitze und Trockenheit breitet sich ein als Maiskeulenbrand bekannter Pilz besonders stark aus. In Mittelamerika gilt er eine Delikatesse, als "mexikanischer Trüffel"! - aber Vorsicht vor dem TikTok-Trend.
Besonders im Süden Deutschlands rechnen Landwirte wegen der Hitzewellen in diesem Sommer bei der Maisernte mit starken Schäden und massiven Ertragseinbußen. Laut dem Branchenmagazin Agrar heute befürchten 76 Prozent der Maisbauern in Baden-Württemberg und Bayern massive Verluste. In Frankreich sind etwa 35 Prozent der Mais-Ernte verloren.
Doch während die Pflanzen wegen der Trockenheit klein bleiben und die Kolben schlecht wachsen, verbreiten sich Schädlinge wie der als Maiskolbenbrand (Ustilago maydis) bekannte Pilz besonders stark.
Der Hype um den Pilzbefall
Was auf dem Feld als tumorartige Wucherung an den Maiskolben ziemlich eklig aussieht, gilt unter dem Namen Huitlacoche oder Cuitlacoche vor allem in Mexiko alsDelikatesse_._
"Er wächst dort, wo die Schädlingsbekämpfer mit den Pestiziden nicht hinkommen. In der Pilzberatung selbst hatte ich noch niemanden mit Maisbeulenbrand, aber in den sozialen Medien wird er gerade zum beliebten Diskussionsthema." Das berichtet der Pilz-Sachverständige Marko Feldmann aus Sachsen der BILD.
Ein Schriftsteller aus der Auvergne in Frankreich behauptet sogar, er werde einfrieren, was von seinem Huitlacoche-Teller übrigbleibe.
In der Schweiz ist Maiskolbenbrand als Speisepilz offiziell zugelassen. Er wird sehr früh - also unreif - geerntet und teuer verkauft. Weil er sich unter Gourmet-Köchen in Europa steigender Beliebtheit erfreut, wird der Ustilago maydis inzwischen als "mexikanischer Trüffel" angepriesen - auch wenn das biologisch falsch ist.
Achtung beim Sammeln im Maisfeld!
Allerdings warnen Landwirte und Experten davor, sich selbst in den Maisfeldern ans Pilze sammeln zu machen. Zum einen ist es verboten, Mais einfach zu klauen und die Felder nehmen Schaden, wenn Huitlacoche-Fans den Zuckermais zertrampeln. Zudem sind von Maiskolbenbrand betroffene Pflanzen oft auch von Schimmelpilzen befallen, die man lieber nicht essen sollte.
Im Futtermais gilt Maiskolbenbrand bis zu einem gewissen Anteil als nicht schädlich für die Tiere.
Landwirt Jan Lieber aus Sachsen, der zuvor Zuckermais angebaut hatte, setzt schon seit einigen Jahren ganz gezielt auf Maiskolbenbrand, nachdem ein Gourmet-Koch ihn darauf angesprochen hatte. Wie er dem MDR berichtet, hat Jan Lieber Huitlacoche natürlich selbst probiert, und er schwärmt davon: "Dieses Pilzaroma, leichte Süße, ein umfangreiches Geschmacksbouquet."
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