Bewohner des Dorfes Piddington in Oxfordshire erklären aus Protest ihre symbolische Unabhängigkeit. Die britische Regierung hat die Unterbringung von etwa 1.000 Asylsuchenden in einem nahegelegenen ehemaligen Militärzentrum geplant.
Ein englisches Dorf mit rund 350 Einwohnerinnen und Einwohnern hat in einem symbolischen Referendum mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt, sich "vom Vereinigten Königreich abzuspalten". Mit der Abstimmung protestieren die Menschen gegen Pläne, Asylsuchende auf einem nahe gelegenen ehemaligen Militärgelände unterzubringen.
In Piddington bei Oxford stimmten 285 der 312 abgegebenen Stimmzettel dafür, dass das Dorf nach Selbstbestimmung streben soll. Rechtlich bindend ist das Referendum zwar nicht, doch die Bewohnerinnen und Bewohner feierten den Ausgang, indem sie ein Schild aufstellten, das das Gebiet zur "Principality of Piddington" erklärt.
Geplantes Zentrum für Asylsuchende
Der Gemeinderat organisierte die Abstimmung. Eine der Inspirationen war die britische Komödie Passport to Pimlico aus dem Jahr 1949, in der Londonerinnen und Londoner entdecken, dass ihr Viertel formal nicht zum Vereinigten Königreich gehört und die Unabhängigkeit ausrufen.
Der Vorsitzende des Gemeinderats, Tim McNally, sagte, mit der Abstimmung wolle man ein Signal senden und die Sorgen der Bewohnerinnen und Bewohner über die Regierungspläne deutlich machen. Das geplante Zentrum auf dem brachliegenden Militärgelände soll mehr als 1.200 alleinstehende männliche Asylsuchende für mindestens zehn Jahre aufnehmen.
Die Regierung erklärt, die Nutzung ehemaliger Militärstützpunkte sei Teil ihres Plans, weniger Hotels zur Unterbringung von Asylsuchenden zu nutzen.
Premierminister Andy Burnham kündigte an, er wolle die Bedenken der Gemeinde prüfen. Die Regierung hält jedoch an dem Standort fest.