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Essen wie Olympiastars – Ernährung für Spitzenleistung bei den Spielen

Der Finne Olli Penttala startet im Buckelpisten-Finale der Männer bei den Olympischen Winterspielen 2026 im italienischen Livigno am zwölften Februar.
Olli Penttala aus Finnland startet im Buckelpistenfinale der Freestyle-Skifahrer bei den Winterspielen 2026 in Livigno, Italien, am Donnerstag, dem zwölften Februar 2026. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Bei den Olympischen Winterspielen essen Tausende Athletinnen und Athleten täglich in riesigen Speisesälen. Was kommt auf die Teller, wie wichtig ist Ernährung für Medaillen?

Im Zentrum des Olympia-Erlebnisses 2026 steht das Essen. Für Spitzenathletinnen und -athleten ist es nicht nur eine Möglichkeit, die Vielfalt der italienischen Küche kennenzulernen, sondern vor allem Treibstoff für den Wettkampf.

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Pro Tag entstehen in den verschiedenen Dörfern und Anlagen mehr als 10.000 Mahlzeiten.

Nach Angaben des Organisationskomitees geben die Küchen allein im Olympischen Dorf in Mailand täglich rund 3.000 Eier und etwa 450 Kilogramm Pasta aus.

In den rund um die Uhr geöffneten Mensen finden die Sportlerinnen und Sportler ausgewogene Mahlzeiten gegen Jetlag und für das Training. Es gibt eiweißreiche Kost für Langläufer, leichtere Gerichte für Bobfahrer sowie Angebote für Veganer, Zöliakie-Betroffene und verschiedene religiöse Speisevorschriften, wie das italienische Ministerium für Infrastruktur und Verkehr mitteilt.

„Essen als Energiequelle, aber auch als universelle Sprache und Instrument der Inklusion: In Dörfern wie dem in Cortina dreht sich alles um ein einziges Prinzip“, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums.

„Wer vom anderen Ende der Welt anreist, soll essen können, als wäre er zu Hause – ohne Abstriche bei Vorbereitung oder Regeneration“, heißt es weiter.

Routine ist entscheidend

Ernährung ist für Profisportlerinnen und -sportler zentral – erst recht in intensiven Phasen wie den Olympischen Spielen.

„Den meisten ist gar nicht bewusst, wie viel ihr Körper wirklich braucht“, sagt Olivia Morgan, Ernährungsberaterin und Sporternährungsexpertin am Mass General Brigham in Boston, im Gespräch mit Euronews Health.

Sie betont, dass das Wichtigste eine Energiezufuhr ist, die den Leistungsanforderungen entspricht, besonders in sehr belastenden Phasen.

Morgan, die seit Jahren mit Olympia-Teams arbeitet, verweist darauf, wie wichtig es ist, die Ernährung trotz Reisen, neuer Umgebung, veränderter Abläufe und starker Emotionen beizubehalten.

„Entscheidend ist, dass wir über den Tag verteilt regelmäßig essen, bei dem bleiben, was wir mögen und gut vertragen – und uns die besonders leckeren Dinge für danach aufheben“, sagt sie.

Ein Athlet aus den Vereinigten Staaten wählt im Speisesaal des Olympischen Dorfs in Mailand sein Frühstück aus – vor den Olympischen Winterspielen 2026.
Ein Athlet aus den Vereinigten Staaten wählt im Speisesaal des Olympischen Dorfs in Mailand sein Frühstück aus – vor den Olympischen Winterspielen 2026. Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.

Besondere Anforderungen im Wintersport

In Italien stehen derzeit Disziplinen wie Skilanglauf, Eiskunstlauf oder Biathlon im Fokus. Wintersport stellt ganz eigene Anforderungen – auch bei der Ernährung.

„Wenn wir uns die nordischen Disziplinen anschauen, übersteigen die Trainingsbelastungen oft sogar die Anforderungen im Wettkampf“, sagt Kelly Drager, leitende Ernährungsberaterin am Canada Sport Institute Alberta, die mit Kanadas Olympiateams arbeitet, im Gespräch mit Euronews Health.

Winterathletinnen und -athleten trainieren laut Drager mit hohem Umfang und durchlaufen im Sommer besonders harte Trainingsphasen als Vorbereitung.

Trotz der speziellen Bedingungen im Wintersport sieht Drager Veränderungen: Selbst im Winter sind die Wetterextreme inzwischen weniger ausgeprägt.

Hinzu kommt, dass viele Wettkämpfe in die Hochsaison für Atemwegsviren wie Grippe fallen.

Kohlenhydrate, Kohlenhydrate, Kohlenhydrate

Italien ist berühmt für Pasta und Pizza – und genau die könnten während der Spiele zu den besten Verbündeten der Athletinnen und Athleten werden.

„Protein steht gesellschaftlich gerade stark im Fokus. Für Sportlerinnen und Sportler sind aber eigentlich die Kohlenhydrate die heimlichen Stars“, sagt Morgan.

Viele glaubten fälschlicherweise, Eiweiß sei wichtiger als Kohlenhydrate, und würden ihre Ernährung entsprechend ausrichten, erklärt sie.

„Wenn wir dann sehr viel Protein, aber zu wenig Kohlenhydrate zuführen, kann der Körper das Eiweiß gar nicht vollständig für seine eigentliche Aufgabe nutzen“, so Morgan.

Die Speisepläne orientieren sich stark an der italienischen Küche. Pasta und Pizza bilden das Herzstück der Kohlenhydrat-Stationen, betonen die Organisatoren.

Gemeinsam mit regionalen Wurstwaren, Käse, Obst und Desserts sollen sie den Sportlerinnen und Sportlern einen „authentischen Geschmack Italiens“ bieten.

Die Bedeutung einer „langweiligen Balance“

Für Morgan liegen die Grundlagen guter Ernährung im Einfachen: fünf Portionen Obst oder Gemüse am Tag, ausgewogene Mahlzeiten und hin und wieder eine kleine Sünde – alles zu festen Zeiten.

„Wir müssen über den Tag verteilt regelmäßig ausgewogen essen. Das klingt langweilig, und niemand will es hören. Viele möchten einer ausgefallenen Diät folgen oder ein teures Supplement nehmen. Aber die Wurzeln guter Ernährung liegen in dieser unspektakulären Balance“, sagt sie.

Gerade bei Athletinnen und Athleten, die ihrem Körper extrem viel abverlangen, hätten selbst kleine Versäumnisse bei diesen Basics oft große Auswirkungen, erläutert sie.

Ernährungsexpertinnen und -experten betonen jedoch, dass Essen mehr ist als Treibstoff. Es braucht auch Genuss, Zufriedenheit und ein gutes Verhältnis zum eigenen Körper.

„Der Körper ist nicht einfach eine Maschine, und Essen ist nicht nur Mittel zum Zweck“, sagt Drager. In ihrer Arbeit in Kanada spielten deshalb individuelle Vorlieben und kulturelle Unterschiede eine zentrale Rolle.

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