Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Meta, TikTok und YouTube vor wegweisendem Prozess wegen Social-Media-Suchtvorwürfen bei Jugendlichen

ARCHIV: Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagt am zehnten April 2018 bei einer gemeinsamen Anhörung der Handels- und Justizausschüsse auf dem Capitol Hill in Washington aus.
Archivbild: Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagte am zehnten April 2018 aus bei einer gemeinsamen Anhörung der Handels- und Justizausschüsse auf Capitol Hill. Copyright  AP Photo/Alex Brandon, File
Copyright AP Photo/Alex Brandon, File
Von Euronews with AP
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

KGM, eine neunzehnjährige US-Amerikanerin, schildert ihre frühe Sucht nach Plattformen von Meta, Google und ByteDance. Folge: Suizidgedanken und Depression.

Drei der größten Tech-Konzerne der Welt müssen sich in den USA ab dieser Woche einem wegweisenden Prozess stellen. Der Vorwurf: Ihre Plattformen machen Kinder absichtlich abhängig und fügen ihnen Schaden zu.

Eingereicht wurde die Klage von einer 19-Jährigen, die nur mit den Initialen „KGM“ genannt wird. Sie sagt, die frühe Nutzung von Metas Instagram, ByteDances TikTok und Googles YouTube habe ihre Depressionen verschlimmert und zu Suizidgedanken geführt.

KGM wirft den Unternehmen vor, ihre Produkte gezielt so gestaltet zu haben, dass sie Kinder stärker binden – mit Methoden, die auch Casinos nutzen. Ziel sei es gewesen, die Gewinne zu steigern.

Wenn das Gericht dieser Argumentation folgt, könnte sie US‑Gesetze umgehen, die Tech-Firmen vor Haftung für Inhalte auf ihren Plattformen schützen.

„Die Klägerinnen und Kläger sind nicht bloß Kollateralschäden der Produkte der Beklagten“, heißt es in der Klage. „Sie sind direkte Opfer der bewussten Designentscheidungen jedes einzelnen Unternehmens …, die sie in selbstzerstörerische Rückkopplungsschleifen gedrängt haben.“

Der Fall KGM könnte den Kurs von Tausenden ähnlicher Klagen gegen soziale Netzwerke vor einer Jury vorgeben – und klären, ob und in welcher Höhe Entschädigungen zugesprochen werden. Das sagt Clay Calvert, Senior Fellow für Technologiepolitik am American Enterprise Institute.

Metas CEO Mark Zuckerberg und weitere Führungskräfte sollen vor Gericht aussagen. Der Prozess könnte bis zu acht Wochen dauern.

Meta, YouTube und TikTok haben Anfragen der Associated Press zunächst nicht beantwortet. Ein viertes in der Klage genanntes Unternehmen, Snap Inc. als Mutter von Snapchat, hat den Streit vergangene Woche für eine nicht genannte Summe beigelegt.

In einem Blogbeitrag schrieb Meta, es sei zu simpel, Probleme der psychischen Gesundheit Jugendlicher allein sozialen Plattformen anzulasten.

„Die Schwierigkeiten von Jugendlichen auf einen einzigen Faktor zu verengen, ignoriert die Forschung – und die vielen Belastungen, die junge Menschen heute erleben, von Leistungsdruck über Sicherheit an Schulen bis hin zu sozialen Problemen und Drogenmissbrauch“, heißt es weiter.

Der KGM-Fall ist der Auftakt zu vielen Verfahren in diesem Jahr. In Kalifornien klagen Schulbezirke wegen Schäden für Kinder gegen soziale Plattformen. Gegen Meta laufen mehr als 40 Klagen von Bundesstaaten. Laut AP sieht sich auch TikTok in mehr als einem Dutzend Staaten ähnlichen Verfahren gegenüber.

In Europa haben Familien in Italien und Frankreich Sammelklagen gegen Meta und TikTok eingereicht. Ihr Vorwurf: Die Plattformen schaden ihren Kindern.

Der italienische Fall wird laut der Kanzlei Ambrosio e Commodo, die die Familien vertritt, am zwölften Februar erstmals verhandelt.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Was gibt's zum Abendessen? Der neue KI-Assistent von Just Eat hilft

Frankreich ersetzt Microsoft Teams und Zoom durch souveräne Plattform aus Sicherheitsgründen

Welches Militärgerät ist an Bord der USS Abraham Lincoln? Atomflugzeugträger in Nahost