Aylo, das Unternehmen hinter Pornhub, zieht sich aus dem Markt im Vereinigten Königreich zurück. Nach eigenen Angaben funktionieren die neuen britischen Regeln zur Altersprüfung nicht.
Pornhub schränkt den Zugang für Nutzer im Vereinigten Königreich ab Februar ein. Der Konzern verweist auf ein „gescheitertes System“, das durch neue Altersverifikationsregeln entstanden sei. Aylo, die Muttergesellschaft von Pornhub, erklärte in einer Erklärung, dass ab dem zweiten Februar nur noch Nutzer mit Konto Zugriff hätten.
Wer sein Alter bereits auf der Seite bestätigt hat, behält sein Konto, hieß es weiter.
Nach Angaben des Unternehmens haben die Aktualisierungen des britischen Online Safety Act (OSA), die eine Altersprüfung für Erwachsenenseiten verlangen, ihr Ziel, Minderjährige zu schützen, nicht erreicht. Stattdessen lenkten sie den Traffic in dunklere, unregulierte Winkel des Internets.
Aylo teilte mit, man werde „nicht länger an dem gescheiterten System teilnehmen, das durch die Einführung des OSA im Vereinigten Königreich entstanden ist“.
Im vergangenen Juli mussten Pornhub und andere Seiten unter den neuen OSA‑Vorgaben eine Altersprüfung einführen. Sie umfasst unter anderem Gesichtserkennung oder das Hochladen eines amtlichen Ausweisdokuments.
Laut einem Bericht der britischen Digitalaufsicht Ofcom vom Dezember brach bei Pornhub der Traffic im ersten Monat der neuen Regeln um knapp ein Drittel ein. Grund sei die „Unwilligkeit oder Unfähigkeit“, Altersprüfungen abzuschließen.
Dem Bericht zufolge ist Pornhub die meistbesuchte Erwachsenenseite im Vereinigten Königreich mit einem Marktanteil von rund sechs Prozent.
Alex Kekesi, Aylo‑Vizepräsident für Marke und Community, erklärte, die Entscheidung sei „schwierig“. Das Unternehmen könne unter dem OSA‑Rahmen nicht weiter operieren.
„Eine wirksame Durchsetzung [des OSA] ist nicht möglich. Umgehungen sind weit verbreitet, die Privatsphäre leidet. Neue, unregulierte Angebote füllen die Lücken, die verantwortungsvolle Betreiber lassen“, sagte Kekesi. Aylo wolle weiter mit der britischen Regierung an einer Lösung arbeiten.
Kekesi forderte Entwickler auf, Schutzmechanismen direkt in ihre iOS‑Stores einzubauen. So ließe sich der Zugang zu Erwachsenenseiten auf Kindergeräten und -konten eindämmen.