Artemis II hat Menschen so weit wie nie zuvor an den Mondrand gebracht. Die NASA plant jedoch bereits die nächsten, noch ambitionierteren Flüge.
Kaum ist die Orion-Kapsel aus dem Pazifik geborgen, plant die NASA bereits das nächste Kapitel ihres Artemis-Programms.
Artemis II hat bisher nie gesehene Aufnahmen von der erdabgewandten Mondseite geliefert. Die Mission zeigte zudem eine Sonnenfinsternis aus der Mondumlaufbahn und stellte einen neuen Distanzrekord für Menschen im All auf.
Die Mission ist die jüngste in einer Reihe geplanter Flüge, mit denen die NASA Menschen wieder auf den Mond bringen und dort dauerhaft eine Basis aufbauen will.
„Die nächste Mission steht schon vor der Tür“, sagte Rick Henfling, Flugdirektor für den Wiedereintritt, am Freitag nach der Wasserung der Crew.
Im vergangenen Monat stellte die NASA einen stufenweisen Plan für eine permanente Mondbasis vor. Eine Schlüsselrolle sollen dabei die Missionen Artemis III und Artemis IV spielen.
Vorbereitung auf die Mondlandung
Ursprünglich sollte Artemis III die erste Landung auf dem Mond übernehmen. Im März gab die NASA jedoch bekannt, dass die Mission nun vor allem als Demonstration dienen soll: Die Behörde will damit die Mondlander von Elon Musks SpaceX und Jeff Bezos’ Blue Origin testen.
Die neu zugeschnittene Mission Artemis III ist für das kommende Jahr geplant. Astronautinnen und Astronauten sollen ihre Orion-Kapsel in einem niedrigen Erdorbit an einen Mondlander ankoppeln. So will die NASA die Fahrzeuge für eine spätere Landung mit Besatzung zertifizieren.
SpaceX und Blue Origin liefern sich einen Wettlauf darum, ihre Lander zuerst startklar zu bekommen. Blue Origin peilt noch in diesem Jahr einen unbemannten Testflug seines Blue-Moon-Landers an. Der auf dem Starship-System basierende Lander von SpaceX liegt dagegen im Verzug, mehrere wichtige Meilensteine stehen noch aus.
Nach Artemis III will die NASA jedes Jahr eine Mission zum Mond schicken. Bei Artemis IV, derzeit für Anfang 2028 geplant, sollen Astronautinnen und Astronauten von Orion in einen kommerziellen Mondlander umsteigen, der sie zur Oberfläche bringt.
Pläne für eine Mondbasis
Nach dem aktuellen Konzept will die NASA in den ersten Missionen Rover, Messinstrumente und neue Technologien auf die Mondoberfläche bringen. Dort sollen sie untersuchen, wie sich Energie gewinnen lässt, wie Kommunikation funktionieren kann und wie sich das schwierige Gelände sicher erkunden lässt.
In der nächsten Phase sollen teilweise bewohnbare Strukturen entstehen. Zudem sind regelmäßige Versorgungsflüge geplant. Dazu gehört eine Zusammenarbeit mit der japanischen Raumfahrtagentur JAXA, die einen druckdichten Rover für längere Erkundungen mit Besatzung entwickelt.
In der letzten Ausbaustufe sollen größere Anlagen auf den Mond gebracht werden. Am Ende steht eine dauerhafte menschliche Präsenz: der Schritt von kurzen Besuchen zu einer festen Mondbasis.
Die NASA hat bereits Kooperationen mit Italien und Kanada vereinbart. Weitere Beiträge sind geplant, etwa zu Wohnmodulen, Fortbewegung auf der Oberfläche und Logistik.
Die Raumfahrtbehörde stellte die Änderungen vor, um ihre Arbeit an der im Dezember veröffentlichten Nationalen Weltraumpolitik der USA auszurichten. Das Strategiepapier beauftragt die NASA, Astronautinnen und Astronauten auf den Mond zurückzubringen, die Rolle der USA in der kommerziellen Raumfahrt neu zu definieren und weltweit eine Vorreiterrolle bei der Erforschung des Alls zu übernehmen.