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Macron zu Schülern: Geht einmal im Monat offline und lest statt zu scrollen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron spricht bei Besuch der Cité internationale de la langue française im Schloss Villers-Cotterêts am Donnerstag.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron spricht bei einem Besuch der Internationalen Sprachstadt im Schloss Villers-Cotterets am Donnerstag im April Copyright  Ludovic Marin/Pool Photo via AP
Copyright Ludovic Marin/Pool Photo via AP
Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärt den Verzicht auf Smartphones und Tablets für Kinder zu einem zentralen politischen Anliegen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Oberschülerinnen und Oberschüler dazu aufgerufen, einmal im Monat einen Offline-Tag einzulegen. An diesem Tag sollen sie auf Bildschirme verzichten und lesen.

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„Wir haben euch in diesem Dschungel zurückgelassen, und er hat euch eure Aufmerksamkeit geraubt“, sagte er am Donnerstag vor rund 350 Kindern in der Internationalen Stadt der französischen Sprache.

Bereits im Januar hatte er ein Verbot sozialer Netzwerke für Kinder unter fünfzehn Jahren gefordert. Im Jahr 2024 setzte er außerdem eine Expertengruppe ein. Sie rät, dass Kinder unter drei Jahren überhaupt keine Bildschirmzeit haben sollten.

„Wir müssen das Tempo rausnehmen und euch helfen, erwachsen zu werden – und vor allem Bürgerinnen und Bürger“, sagte Macron.

„Darum wollen wir sagen: vor dem fünfzehnten Lebensjahr kein Zugang mehr zu sozialen Netzwerken. Und wir möchten gern einmal im Monat einen Offline-Tag einführen … um zu zeigen, dass es möglich ist“, sagte er. Dieser Tag könne dem Lesen dienen oder anderen Aktivitäten wie Theater spielen.

Der Präsident äußerte sich in der Cité internationale de la langue française in Villers-Cotterêts im Château de Villers-Cotterêts nahe Paris. Er hatte das Projekt im Rahmen seines Mandats zur Stärkung der Kulturpolitik auf den Weg gebracht und das Schloss umfassend renovieren lassen.

Im April billigten Abgeordnete im französischen Senat einen Plan, der soziale Medien für Kinder unter fünfzehn Jahren einschränken soll. Allerdings unterscheidet sich der Entwurf deutlich von der Version der Assemblée Nationale (Nationalversammlung), des französischen Unterhauses, wie soziale Medien beschränkt werden sollen.

Die im Januar verabschiedete Fassung verlangt, dass alle Plattformen die Konten von unter Fünfzehnjährigen löschen und keine neuen Nutzerinnen und Nutzer unter diesem Alter mehr zulassen. Zudem sollen Mobiltelefone an weiterführenden Schulen verboten werden.

Weil die beiden Fassungen auseinandergehen, müssen Senat und Nationalversammlung voraussichtlich einen Kompromiss finden. Das könnte die Anwendung des Gesetzes verzögern.

Frankreich ist nicht das einzige Land, das ein Verbot sozialer Netzwerke für Unter-Fünfzehnjährige prüft. In ganz Europa denken Staaten über ähnliche Verbote nach, nachdem Australien im Dezember als erstes Land der Welt Kinder unter sechzehn Jahren von sozialen Medien ausgeschlossen hat.

Unterdessen forderte der britische Premierminister Keir Starmer die sozialen Netzwerke am Donnerstag auf, Verantwortung für die Sicherheit der Kinder auf ihren Plattformen zu übernehmen und die Schutzforderungen der Eltern zu erfüllen, statt nur „Feinschliff am Rand“ zu leisten.

„Heute rufe ich die Spitzenkräfte von X, Meta, Snap, YouTube und TikTok auf, einen Schritt nach vorn zu machen“, schrieb er auf der Plattform X.

„Ich werde alles tun, um Kinder online zu schützen.“

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