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Bericht: Zuckerberg treibt eigenen Prognosemarkt bei Meta voran

ARCHIV - Meta-Chef Mark Zuckerberg besucht den UFC Freedom 250 im Weißen Haus in Washington am 14. Juni 2026. (AP Photo/Alex Brandon)
ARCHIV - Meta-Chef Mark Zuckerberg nimmt am UFC Freedom 250 im Weißen Haus in Washington teil, am 14. Juni 2026. (AP Photo/Alex Brandon) Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am
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Polymarket und Kalshi erzielen in diesem Jahr Rekordgewinne; nun soll Mark Zuckerberg Techriese Meta angewiesen haben, eine eigene Vorhersageplattform zu bauen.

Meta-Chef Mark Zuckerberg hat laut der New York Times grünes Licht für die Entwicklung einer Prognose-App gegeben. Meta will damit in einem der am schnellsten wachsenden Bereiche von Tech- und Finanzbranche mitverdienen.

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Die App trägt intern den Arbeitstitel Arena. Nutzerinnen und Nutzer sollen Punkte sammeln, wenn sie den Ausgang von Ereignissen richtig vorhersagen – etwa Sportergebnisse, politische Entwicklungen oder Bewegungen an den Börsen. Echte Einsätze sind zunächst nicht vorgesehen.

Arena soll unabhängig von den bestehenden Meta-Plattformen laufen. Die sozialen Netzwerke des Konzerns könnten allerdings Nutzerinnen und Nutzer gezielt dorthin lenken.

Was ist ein Prognosemarkt?

Ein Prognosemarkt funktioniert im Kern wie eine Börse: Menschen kaufen und verkaufen Kontrakte oder Wetten, die an den Ausgang realer Ereignisse gekoppelt sind.

Jeder Kontrakt bezieht sich auf eine einfache Ja-Nein-Frage. Etwa, ob eine bestimmte Kandidatin eine Wahl gewinnt, ein Team eine Meisterschaft holt oder eine bedeutende politische Figur bis zu einem bestimmten Datum stirbt.

Auf Polymarket und Kalshi, den derzeit beliebtesten Prognoseplattformen, kaufen Nutzer Kontrakte, die ihnen einen Dollar auszahlen, wenn sie richtig liegen – und nichts, wenn sie falsch liegen.

Je mehr Menschen diese Kontrakte handeln, desto stärker spiegelt der Preis die vom Markt erwartete Eintrittswahrscheinlichkeit wider. Kostet eine Wette 40 Cent, bewertet der Markt die Chance auf rund 40 Prozent.

Befürworterinnen und Befürworter von Prognosemärkten argumentieren, dass diese Mechanik präzisere Vorhersagen liefert als Umfragen oder politische Analysten, weil Teilnehmer eigenes Geld riskieren.

Polymarket und Kalshi

Die beiden dominierenden Plattformen in diesem Bereich sind Polymarket und Kalshi. Gemeinsam stehen sie für schätzungsweise 85 bis 90 Prozent des gesamten Handelsvolumens von rund 44 Milliarden Dollar (40 Milliarden Euro) im Jahr 2025.

Polymarket wurde 2020 vom New-York-University-Aussteiger Shayne Coplan gegründet und operiert weltweit auf Basis der Blockchain. Im Oktober 2025 investierte die Muttergesellschaft der New York Stock Exchange rund zwei Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) in die Plattform – ein deutliches Signal, dass die Wall Street den Sektor ernst nimmt.

Kalshi entstand 2018, gegründet von zwei Absolventen des MIT. Das Unternehmen kämpfte jahrelang um Zulassungen der Aufsichtsbehörden und startete dann als erster Prognosemarkt, den die US-Derivateaufsicht CFTC offiziell genehmigte.

Der Wendepunkt kam im Oktober 2024. Ein US-Gericht entschied damals, dass Kalshi legal Wahlkontrakte anbieten darf – bis zu 32 Tage vor der Präsidentschaftswahl. Seitdem explodierte das monatliche Handelsvolumen: von weniger als 5 Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro) im September 2025 auf rund 24 Milliarden Dollar (21,8 Milliarden Euro) im April 2026. Damit übertraf Kalshi die etwa 14 Milliarden Dollar (12,7 Milliarden Euro), die monatlich über legale oder traditionelle US-Sportwettbüros gesetzt werden.

Zusätzlichen Schub brachte, dass Donald Trump Jr. bei Polymarket als Investor einstieg und zugleich als bezahlter Berater für Kalshi auftrat. Zugleich nahmen die Bundesaufsichtsbehörden eine großzügigere Haltung gegenüber dem Sektor ein.

Die Risiken

Der Boom bleibt nicht ohne Streit. Die Zahl der Verfahren wächst. In einem aufsehenerregenden Fall verhafteten Ermittler einen ehemaligen Soldaten einer Spezialeinheit. Er soll Insiderwissen über eine US-Operation zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro genutzt haben, um auf Polymarket einen Gewinntrade von rund 400.000 Dollar (365.000 Euro) zu platzieren.

Einige US-Bundesstaaten verklagen die Plattformen inzwischen. Sie werfen ihnen vor, ohne gültige Lizenzen illegales Glücksspiel zu betreiben. Die Trump-Regierung reagierte mit Gegenklagen gegen jene Staaten, die Prognosemärkte verboten haben. Dadurch entstand ein unübersichtlicher Konflikt zwischen Bundes- und Landesebene.

Eine Überprüfung der New York Times ergab, dass Polymarket Hunderte falscher oder irreführender Beiträge in sozialen Medien veröffentlicht hat. Politico deckte außerdem eine Kampagne auf, bei der Influencer Geld erhielten, um die angebliche Treffgenauigkeit der Plattform zu loben.

Ob Metas spielerische, bargeldlose Version dieses Konzepts solche Risiken umschiffen kann oder am Ende eher den Einstieg in diese Welt erleichtert, ist noch offen.

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