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Roboteraufstand? Polnische Firma inszeniert Protest für strengere KI-Regeln

ARCHIV: Ein Roboter tanzt am Stand von Agibot am zweiten Medientag der IFA 2026 in Berlin, Donnerstag, 3. September 2026.
ARCHIV: Ein Roboter tanzt am Agibot-Stand am zweiten Medientag der Technikmesse IFA 2026 in Berlin am Donnerstag, 3. September 2026. Copyright  Christoph Soeder/DPA via AP
Copyright Christoph Soeder/DPA via AP
Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am
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In Warschau marschierten Roboter, schwenkten Flaggen und riefen Parolen vor dem Digitalministerium. Sie forderten Polens Regierung auf, KI zu regeln, bevor Menschen ihre Arbeit verlieren.

Mit Fahnen, „skandierten“ Parolen und Märschen im Kreis sind am Montag rund 30 Roboter in Warschau auf die Straße gegangen. Vor dem Ministerium für digitale Angelegenheiten warben sie für strengere Regeln für Künstliche Intelligenz.

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Hinter der Aktion steht Democratism, eine Initiative, die nach eigenen Angaben eine Debatte darüber anstoßen will, wie KI und Robotisierung den Arbeitsmarkt verändern.

Die Szenerie ließ die Grenze zwischen Demonstration und Produktshow verschwimmen. Einer der Maschinen beantwortete vor Ort direkt Fragen von Journalistinnen und Journalisten.

„Die hier anwesenden Roboter sollen zeigen, dass diese Technologie bereits Realität ist“, sagte Agibot A3, einer der KI-gesteuerten humanoiden Roboter – und lieferte damit gewissermaßen selbst den Beweis.

Aus Lautsprechern ertönten Rufe wie „Arbeitsplätze schützen“, „Es ist Zeit für Regeln“ und „Nicht warten, regulieren“. Währenddessen liefen die Roboter – vom zweibeinigen Humanoiden bis zum hundeähnlichen Vierbeiner – ihre Runden.

„Uns geht es vor allem um die mögliche Verdrängung von Menschen – sowohl durch humanoide Roboter als auch durch Künstliche Intelligenz bei geistiger Arbeit“, sagte der menschliche Organisator Grzegorz Kuliś.

„Wenn wir jetzt nicht reagieren, stehen wir bald vor einem Problem“, fügte er hinzu. Nötig seien „Regeln und Vorschriften, die wie ein Schutzschild für Beschäftigte wirken“.

Die Aktion zog nicht nur einige Passantinnen und Passanten an. Kuliś sagte, der Einsatz der Roboter solle auch zeigen, was sie heute schon können – und damit, wie dringlich das Thema sei.

„Diese Roboter können sich bereits frei bewegen, sie ‚protestieren‘ schon“, erklärte er. Ob eine Maschine, die vorab eingespeicherte Parolen abspielt, überhaupt als Protest gilt, ließ er offen.

Digitalminister trifft Demonstrationsorganisatoren

Die marschierenden Roboter bekamen Besuch von Polens Digitalminister Krzysztof Gawkowski, der vor Ort mit Kuliś sprach.

„Unkontrollierte KI-Modelle, eingebaut in Humanoiden, die sich mit der weiteren Robotisierung ständig weiterentwickeln, sind ein großes Problem“, sagte Gawkowski.

Kuliś ist heute IT-Chef eines Robotikunternehmens und Geschäftsführer einer Arbeitsvermittlungsagentur. Zuvor saß er zwei Amtszeiten im Arbeitsmarktrat des Familien-, Arbeits- und Sozialministeriums.

„Wir fühlen uns verantwortlich, die Gesellschaft über die rasanten und dynamischen technologischen Veränderungen zu informieren, die uns persönlich Angst machen“, sagte er.

Wer hinter den Maschinen steht

Das lokale polnische Portal Opolska360 berichtete, dass die beim Protest eingesetzten Roboter von Delta Robots stammen. Das Unternehmen baut seit mehr als zehn Jahren humanoide und vierbeinige Maschinen.

Kuliś ist außerdem Präsident von Weegree, einer Personalvermittlungsfirma, die seit mehr als 20 Jahren tätig ist. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in Opole im Süden Polens.

Damit verstärkt sich die Ironie dieser Demonstration: Ausgerechnet die Branche, die vor möglichen Jobverlusten warnt, hat die Roboter gebaut, die darauf aufmerksam machen.

Opolska360 zitierte Kuliś zudem mit der Beschreibung von Democratism als einer Bewegung, die er international ausweiten möchte. Ziel sei es „nicht, Veränderungen, Robotik oder technischen Fortschritt zu bekämpfen“, sondern eine Debatte über die Folgen zu starten und darüber, wie sich negative Auswirkungen abfedern lassen.

Dem Portal zufolge sagte Gawkowski den Versammelten, Polen sei das erste EU-Land, das eine Aufsicht über den KI-Markt einführe. Er kündigte eine Kommission für die Entwicklung und Sicherheit Künstlicher Intelligenz an sowie sogenannte regulatorische Sandboxes, in denen Unternehmen KI-Lösungen vor der breiten Einführung testen können.

Im Juli unterzeichnete Polens konservativ-nationalistischer Präsident Karol Nawrocki ein vom Ministerium vorgelegtes Gesetz zur Umsetzung des KI-Gesetzes der EU.

Damit entstand eine nationale Behörde, die die bereits in Kraft getretenen EU-Vorschriften durchsetzen kann.

Weitere Quellen • AFP

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