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Schildbürgerstreich? Spanien gibt 258 Mio € für Züge aus, die nicht durch Tunnel passen

Ältere Züge der spanischen Staatsbahn Renfe
Ältere Züge der spanischen Staatsbahn Renfe Copyright Canva
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Von Angela SymonsEuronews
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In Spanien sind Züge im Wert von 258 Millionen Euro bestellt worden, die nicht durch viele Eisenbahn-Tunnel nicht durchpassen, weil sie zu groß sind.

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Spanien hat 258 Millionen Euro für Züge ausgegeben, die zu groß sind, um durch die Tunnel des spanischen Eisenbahnnetzes zu fahren.

Seit die Lokalzeitung El Comercio den Fehler Ende im vergangenen Monat aufgedeckt hat, sind zwei Verkehrsbehördenchefs entlassen worden.

Die 31 Nahverkehrszüge wurden von der Staatsbahn Renfe im Jahr 2020 bestellt. Sie sollen eine alternde Flotte in den schlecht ans nationale Zugnetz angebundenen nördlichen autonomen Regionen Asturien und Kantabrien ersetzen.

Ursprünglich war die Fertigstellung der Züge für 2024 geplant, doch die dringend benötigte Erneuerung wird sich nun wahrscheinlich bis mindestens 2026 verzögern.

Es hat sich außerdem herausgestellt, dass der Hersteller, das baskische Unternehmen CAF, bereits im März 2021 auf den Fehler hingewiesen hat.

Präsident Miguel Ángel Revilla sprach von einem "unsäglichen Pfusch" und fügte hinzu, dass "Köpfe rollen müssen", wie die spanische Regionalzeitung El Diario Montañés berichtet.

Wer ist schuld an der falschen Zuggröße?

Verschiedene Unternehmen und Behörden waren an dem Debakel beteiligt, darunter die spanische Eisenbahngesellschaft Renfe, der Eisenbahninfrastrukturbetreiber Adif, der Transporthersteller CAF und die staatliche Agentur für Eisenbahnsicherheit (AESF).

Nach der Erteilung des Auftrags an CAF hat Renfe nach eigenen Angaben Messungen auf der Grundlage der von Adif bereitgestellten Infrastruktur-Angaben vorgenommen. Die CAF warnte später, dass diese Angaben möglicherweise nicht korrekt seien.

Das im 19. Jahrhundert erbaute Schienennetz der Region führt durch eine gebirgige Landschaft. Es hat unterschiedliche Tunnelgrößen, die nicht den modernen standardisierten Normen entsprechen.

Bislang wurden zwei hochrangige Beamte entlassen - ein für Materialbeschaffung zuständiger Manager von Renfe und der Leiter der Abteilung für Inspektion und Fahrwegtechnik von Adif.

War die Verkehrsministerin nicht informiert?

Die spanische Verkehrsministerin Raquel Sanchez sagt, dass sie erst kürzlich von dem Problem erfahren hat. Sie hat eine interne Prüfung eingeleitet, um herauszufinden, wer von dem Problem wusste und warum es nicht früher angesprochen wurde.

Der spanische Generalsekretär für Infrastruktur, Xavier Flores, hat zugegeben, dass er schon vor Monaten auf das Problem aufmerksam gemacht wurde.

Was geschieht mit den übergroßen Zügen?

Da sich die Züge noch in der Entwurfsphase befanden, wurden sie noch nicht hergestellt.

Dadurch werden zwar die Kosten für den Fehler minimiert, aber der zeitaufwändige Prozess muss wiederholt werden, was den Bau der Züge verzögert.

Die Züge werden nun anhand der Abmessungen eines bereits auf dem Netz verkehrenden Zuges hergestellt, um sicherzustellen, dass sie durch die verschiedenen Tunnel passen. Adif wird außerdem seine Infrastrukturdaten entsprechend aktualisieren, um sicherzustellen, dass so etwas nicht noch einmal vorkommt.

In Frankreich unterlief 2014 ein ähnlicher Fehler

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein solches Fiasko ereignet hat. Im Jahr 2014 bestellte der französische Bahnbetreiber SNCF 2.000 Regionalzüge, die zu breit für die Bahnsteige des Netzes waren.

Auch hier wurde der Fehler durch Daten des Infrastrukturbetreibers verursacht, die ältere Strukturen nicht berücksichtigten.

In diesem Fall waren die Züge bereits fertiggestellt, und die Bahnsteige mussten mit hohem Kostenaufwand umgebaut werden.

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