Trotz regionaler Spannungen läuft das Tourismusgeschäft in den wichtigsten Urlaubszentren der Türkei weitgehend normal weiter.
Mit seinen historischen Städten und eindrucksvollen Küsten bleibt Türkiye eines der beliebtesten Urlaubsziele für Reisende aus Europa.
Im Jahr 2025 empfing das Land 63,4 Millionen Besucherinnen und Besucher. Die wichtigsten Herkunftsmärkte waren Russland, Deutschland und das Vereinigte Königreich.
In anderen Teilen der Region gibt es derzeit geopolitische Spannungen, und Türkiye liegt geografisch nahe. Deshalb fragen sich manche Reisende, ob sie ihre geplanten Oster- und Sommerurlaube dort wirklich antreten sollen.
Türkiye ist Mitglied der NATO und militärisch gut geschützt. Dadurch gilt das Land als eines der sichersten in der Region. Diese Stärke hilft auch, den Tourismus vor regionalen Spannungen zu bewahren und damit einen der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes zu sichern.
Türkiye grenzt im Süden an Syrien und im Osten an Iran. Die wichtigsten Tourismuszentren im Westen und im Zentrum des Landes liegen jedoch weit von diesen Gebieten entfernt. Für Touristinnen und Touristen bleibt der Alltag daher weitgehend unverändert, berichtet PA Turkey (Quelle auf Englisch).
Flüge aus europäischen Städten zu den großen türkischen Flughäfen, darunter die zwei wichtigsten Verkehrsflughäfen Istanbuls und der Flughafen Antalya, finden weiterhin planmäßig statt. Die nationale Fluggesellschaft Turkish Airlines hat nur Verbindungen zu ausgewählten Zielen im Nahen Osten und im Golf gestrichen.
„Business as usual“
Beliebte Ziele wie Istanbul, die Türkische Riviera und die Hauptstadt Ankara „arbeiten ganz normal weiter“, so PA Turkey. Chris Bazos, Reisespezialist und Präsident von Travelous, sagte der Website: „Alles ist in Ordnung, es ist business as usual.“
Istanbul, die größte Stadt Türkiye und wichtiges Tor für den internationalen Tourismus, liegt im Nordwesten des Landes – Tausende Kilometer von den derzeit spannungsbetroffenen Regionen entfernt. Die Türkische Riviera mit bekannten Badeorten wie Antalya, Bodrum und Marmaris zieht sich im Südwesten entlang der Mittelmeer- und Ägäisküste.
In einer Stellungnahme für die österreichische Zeitung Heute (Quelle auf Englisch) erklärte der Österreichische Reiseverband, Reisen nach Türkiye seien „ohne Einschränkungen möglich“. Es gebe „derzeit absolut keinen Grund, keinen Urlaub an der Türkischen Riviera zu buchen und sich darauf zu freuen“.
Was raten die Behörden offiziell?
Das britische Foreign, Commonwealth & Development Office (Quelle auf Englisch) (FCDO) rät von allen Reisen in Gebiete innerhalb von zehn Kilometern der syrischen Grenze ab. Grund sind Kämpfe und ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge.
Das US-Außenministerium empfiehlt Reisenden, bei Aufenthalten in Türkiye „besondere Vorsicht walten zu lassen“. In den Südosten von Türkiye soll man laut dieser Empfehlung nicht reisen.
Die meisten Reiseversicherungen erstatten Stornierungen aus reiner Vorsicht in der Regel nicht. Wer sich deshalb gegen die Reise entscheidet, erhält von Fluggesellschaften, Hotels oder Reiseveranstaltern meist keine vollständige Rückzahlung.
Wer über eine Verschiebung seines Urlaubs nachdenkt, sollte sich direkt bei Reiseveranstalter und Versicherung melden, um zu klären, welche Möglichkeiten die jeweiligen Buchungsbedingungen und die Police bieten.