Immer mehr Reisende buchen Flüge ohne Zwischenstopp im Nahen Osten oder am Golf. Die Nachfrage treibt die Ticketpreise deutlich nach oben.
Für Reisende werden Flüge spürbar teurer, zugleich werden Flugpläne ausgedünnt. Der Konflikt im Nahen Osten lässt die Ölpreise in die Höhe schießen.
Fachleute rechnen damit, dass die Ticketpreise noch monatelang hoch bleiben, selbst wenn sich der Krieg beruhigt.
Hinzu kommt: Verbindungen, die den Nahen Osten und Stopps am Golf umfliegen, sind stark gefragt. Auch dort steigen die Preise für Passagiere.
Welche Airlines erhöhen ihre Preise?
Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran treibt die Ölpreise nach oben. Angriffe auf Raffinerien in der Region und blockierte Transporte durch die Straße von Hormus verteuern Rohöl. Das schlägt direkt auf die Kerosinpreise durch.
Cathay Pacific, AirAsia und Thai Airways gehören zu einer wachsenden Zahl von Airlines, die ihre Tarife anheben, um die Mehrkosten beim Treibstoff auszugleichen.
Bei einem Medientermin am Mittwoch sagte Ronald Lam, Vorstandschef von Cathay Pacific, die Treibstoffkosten seien in diesem Monat bislang doppelt so hoch wie im Durchschnitt der beiden Vormonate.
Die Fluggesellschaft passt deshalb ihre Treibstoffzuschläge an. Ab dem 18. März gelten die neuen Aufschläge auf allen Strecken.
AirAsia kündigte am Donnerstag an, Ticketpreise und Treibstoffzuschläge vorübergehend zu erhöhen. Das Unternehmen stellte in Aussicht, die Tarife anzupassen, sobald sich die Marktbedingungen ändern.
Vertreter von Thai Airways erklärten gegenüber der Presse, sie rechneten mit einem Anstieg der Flugpreise um zehn bis 15 Prozent. Qantas teilte mit, die Airline habe die Preise je nach Strecke unterschiedlich stark angehoben.
Scandinavia's SAS sagte, sie habe eine „vorübergehende Preisanpassung“ eingeführt.
Air New Zealand hat die Preise ebenfalls erhöht. In einer E-Mail an Reuters (Quelle auf Englisch) teilte die Airline mit, sie habe die Economy-Preise für einfache Strecken im Inland um zehn NZ-Dollar (5,10 Euro) angehoben, auf Kurzstrecken um 20 NZ-Dollar (10,20 Euro) und auf Langstrecken um 90 NZ-Dollar (45,90 Euro).
Andere Fluggesellschaften mit Treibstoffabsicherungen, die bestimmte Einkaufspreise für die Zukunft festschreiben, konnten sich laut Reuters einen Teil ihres Bedarfs zu festen Konditionen sichern. Dazu zählen unter anderem Lufthansa und Ryanair.
Tausende Flüge fallen aus
SAS will im April wegen der explodierenden Treibstoffkosten mindestens 1.000 Flüge streichen.
„Wir streichen im März einige Hundert Flüge, versuchen aber, unser Angebot so gut wie möglich zu schützen“, sagte Vorstandschef Anko van der Werff der schwedischen Wirtschaftszeitung Dagens Industri. Nach Ostern, wenn das Verkehrsaufkommen normalerweise zurückgeht, erwartet er weitere Streichungen.
Die Maßnahmen betreffen „mindestens 1.000“ Flüge. Van der Werff betonte jedoch, das Ausmaß bleibe begrenzt, da SAS täglich rund 800 Flüge durchführt.
Als Reaktion auf die Ankündigung von SAS stockt die Konkurrenzairline Norwegian ihre Kapazitäten in der Region auf, um gestrandete Passagiere zu übernehmen. Zwischen dem 25. März und dem 12. April kommen 120 zusätzliche Abflüge hinzu, berichtet NKR.
Auch Air New Zealand baut ihr Angebot ab und reduziert die Kapazität um fünf Prozent. Die Airline hat vom 16. März bis zum 3. Mai rund 1.100 Flüge gestrichen; betroffen sind voraussichtlich etwa 44.000 Passagiere.
Dutzende Fluggesellschaften haben zudem die Aussetzung ihrer Verbindungen zu Zielen im Nahen Osten verlängert.
Finnair hat Flüge nach Doha und Dubai bis zum 29. März gestrichen und meidet den Luftraum über Irak, Iran, Syrien und Israel.
Die italienische Airline ITA Airways hat Flüge nach Tel Aviv bis 9. April ausgesetzt und die Annullierungen nach Dubai bis 28. März verlängert.
KLM fliegt Dubai bis 28. März nicht an; Flüge nach Tel Aviv fallen für den Rest des Winterflugplans aus.
Die Lufthansa Group mit Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines hat Flüge nach Tel Aviv bis 9. April und nach Dubai bis 28. März ausgesetzt.
Wizz Air setzt Flüge nach Israel bis 29. März aus und bedient Verbindungen von europäischen Festlandflughäfen nach Dubai, Abu Dhabi, Amman und Dschidda voraussichtlich bis Mitte September nicht.
Auch außereuropäische Airlines wie Delta, Cathay Pacific und Air Canada haben ihre Flugpläne angepasst.
Die vielen Ausfälle und Umleitungen treiben die Preise zusätzlich, weil die Nachfrage nach alternativen Routen, die den Nahen Osten umgehen, stark steigt.
Cathay Pacific sorgte zuletzt für Schlagzeilen mit Business-Class-Rückflügen von Sydney nach London im April für 39.577 Australische Dollar (24.142 Euro).