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Japan-Tourismus boomt: Diese Ziele gibt es jenseits von Tokio und Kyoto

Ein Blumenfeld mit dem Fuji im Hintergrund
Ein Blumenfeld, dahinter erhebt sich Mount Fuji. Copyright  Photo by Kezia on Unsplash
Copyright Photo by Kezia on Unsplash
Von Michael Starling
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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In Japan sorgen authentische Erlebnisse und Abenteuer für Wachstum. Die Green Expo im kommenden Jahr in Yokohama rückt Natur- und Kulturstätten in den Fokus.

Japans Tourismusbranche erlebt derzeit einen außergewöhnlichen Boom. Die Besucherzahlen erreichen Rekordwerte, und immer mehr Reisende suchen authentische Erlebnisse abseits der bekanntesten Städte.

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Laut Zahlen der Japan National Tourism Organization (JNTO) reisten 2025 mehr als 42,7 Millionen internationale Gäste nach Japan. Das zeigt die wachsende Lust, die japanische Kultur aus erster Hand zu erleben.

„Beim Blick auf die Zahlen sieht man klar: Sie steigen stark an – Japan boomt“, sagt Sayako Usui, Leiterin des Frankfurter Büros der JNTO (Quelle auf Englisch), im Gespräch mit Euronews Travel auf der Reisemesse ITB Berlin.

Für viele, die zum ersten Mal nach Japan reisen, bleiben klassische Ziele wie Tokyo und Kyoto mit ihren Tempeln und historischen Vierteln der große Magnet. Stammgäste zieht es jedoch immer häufiger über diese bekannten Routen hinaus.

„Es ist eine Mischung“, sagt Usui. „Für Erstbesucher ist Japan einfach Japan. Sie suchen das traditionelle Japan – Tokyo, Kyoto, Tempel, Essen.“

Und die Wiederholungsreisenden? „Sie interessieren sich stärker für regionale Gegenden und für authentischere Erlebnisse“, ergänzt sie.

Dieser Trend motiviert die Tourismusbehörden, weniger bekannte Regionen im ganzen Land stärker hervorzuheben – von ländlichen Bergwegen über Küstenrouten bis zu historischen Dörfern, die Einblicke in das traditionelle Leben bieten.

Das gut ausgebaute Verkehrsnetz in Japan macht solche Entdeckungstouren einfacher, als viele Reisende erwarten.

„Der öffentliche Verkehr in Japan ist wirklich hervorragend“, sagt Usui. „Züge fahren überall, Busse auch. Informationen auf Englisch gibt es ebenfalls. Man muss also keine Angst haben, noch einen Schritt weiter hinauszufahren.“

Besondere Hotels verbinden Tradition und Luxus

Der Tourismusboom hat eine Welle an neuen Hotelprojekten ausgelöst – nicht nur in Tokyo und Osaka, sondern zunehmend auch in ländlichen Regionen. Viele Unterkünfte sind echte Unikate.

„In manchen Gebieten entstehen neue Hotels in umgebauten, traditionellen Häusern, die zu außergewöhnlich luxuriösen Unterkünften werden“, erklärt Usui.

„Gäste erleben die alte Architektur, finden innen aber ein sehr modernes Ambiente mit hervorragender, kreativer Küche.“

Diese Mischung aus kultureller Authentizität und zeitgemäßem Komfort kommt besonders bei Reisenden gut an, die sich intensiv mit lokalen Traditionen befassen möchten.

Magome-juku ist eine historische Poststadt am Nakasendo-Weg
Magome-juku ist eine historische Poststadt am Nakasendo-Weg Photo by pen_ash on Unsplash

Outdoor-Abenteuer werden immer beliebter

Neben Kultur und Küche entwickelt sich der Outdoor-Tourismus zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente in Japan. Vor allem europäische Reisende suchen nachhaltige Reisen und Abenteuer in der Natur.

„Natur ist eines der wichtigsten Leidenschaftsthemen, besonders für Reisende aus Europa“, sagt Usui. „Japan bietet viele Möglichkeiten, von traditionellen und kulturellen Angeboten bis zu einem sehr guten Mix an Naturerlebnissen.“

Im ganzen Land laden alte Pilgerwege, Küstenpfade und Berglandschaften zum Wandern und Entdecken ein.

Ein herausragendes Beispiel ist der historische Nakasendo-Weg in der Präfektur Nagano, eine frühere Poststraße zwischen Edo, dem heutigen Tokyo, und Kyoto aus der Edo-Zeit.

„Entlang der Route gibt es sehr alte Häuser, in denen Menschen noch immer wohnen. So kann man den Alltag in diesen traditionellen Dörfern erleben“, sagt Usui.

„Es gibt Cafés, es gibt kleine Läden, man kommt mit den Bewohnern ins Gespräch und kehrt dann wieder auf den Wanderweg zurück – mitten in diese alte Welt. Das ist eine besondere Verbindung von Natur und Trekking.“

Weitere Höhepunkte sind die Pilgerroute auf Shikoku mit 88 buddhistischen Tempeln auf der Insel Shikoku und der eindrucksvolle, 1.025 Kilometer lange Michinoku Coastal Trail im Norden Japans.

Der Norden ist im Vergleich zu Japans Großstädten noch wenig besucht. Von Tokyo aus erreichen Reisende die Region jedoch bequem mit dem Hochgeschwindigkeitszug.

Michinoku Lakeside National Government Park in Tohoku, Japan
Michinoku Lakeside National Government Park in Tohoku, Japan © Miyagi Perfectural Government

Green Expo 2027 rückt Natur in den Mittelpunkt

Japan bereitet sich auf ein weiteres großes internationales Ereignis vor, das das Naturerbe des Landes und sein Engagement für Nachhaltigkeit ins Rampenlicht stellt.

Nach dem Erfolg der Expo 2025 in Osaka wird Yokohama die Green Expo 2027 (Quelle auf Englisch) ausrichten – eine weltweite Schau mit den Schwerpunkten Umwelt, Natur und Kultur.

„Es ist eine Green Expo, deshalb drehen sich die Hauptthemen um Natur, Grün, Nachhaltigkeit und Resilienz“, erklärt Usui. „Es geht nicht nur um Kirschblüten, sondern um viele verschiedene Blumenarten in Nationalparks.“

Die Expo läuft von März bis September 2027. Besucherinnen und Besucher können groß angelegte Gartenlandschaften und Blumenarrangements entdecken, internationale Pavillons und thematische Ausstellungs-„Dörfer“ besuchen sowie interaktive Programme zu nachhaltiger Landwirtschaft, Stadtbegrünung und Biodiversität erleben.

Neben saisonalen Blüten zeigen traditionelle Künste wie Ikebana und Bonsai, wie tief Japans kulturelle Beziehung zur Natur reicht. Ausstellungen zu Ernährung und Landwirtschaft stellen regionale Produkte und Küchen vor, die eng mit der jeweiligen Landschaft verbunden sind.

Angesichts des anhaltenden Besucherzustroms werben Japans Tourismusbehörden zunehmend dafür, das Land das ganze Jahr über zu bereisen und nicht nur in den klassischen Hochsaisons.

„Japan bietet vier Jahreszeiten“, sagt Usui. „In jedem Monat des Jahres kann man in Japan authentische Erlebnisse finden.“

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