Am Mittwoch wird kein Flugzeug am Berliner Flughafen abheben oder landen, die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeitenden zum Streik aufgerufen. Alle 445 geplanten Flüge müssen demnach gestrichen werden, 57.000 Passagiere sind betroffen, wie die BER-Geschäftsführung erklärte.
Am Berliner Flughafen geht am Mittwoch nichts: von fünf Uhr morgens bis 23.59 wird am 18. März gestreikt. Reisende, die an diesem Tag von der Hauptstadt aus wegfliegen oder dort ankommen wolllten, müssen neu planen. Betroffen werden rund 57.000 Passagiere sein, wie die Flughafengesellschaft selbst mitteilte.
Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten des Flughafens Berlin Brandenburg zu einem Warnstreik aufgerufen. Die BER-Geschäftsführung kritisiert den geplanten Streik der rund 2.000 Mitarbeitenden.
"Wir halten einen Warnstreik für unverhältnismäßig – gerade in einer durch den Iran-Krieg ohnehin sehr angespannten Lage", erklärte Aletta von Massenbach, Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafengesellschaft.
Flug von oder nach Berlin gebucht - was nun?
Ursprünglich waren für den Verkehrstag rund 445 Abflüge und Landungen geplant, wie die Flughafengesellschaft mitteilte. Etwa 57.000 Passagieren kommen an diesem Tag nicht von Berlin aus weg und können dort auch nicht landen. Die Flughafengesellschaft hat auch auf der Plattform X informiert.
Betroffene Fluggäste würden gebeten, sich bei Ihrer Fluggesellschaft zu Umbuchungen und alternativen Reisemöglichkeiten zu informieren, heißt es in der offiziellen Mitteilung des BER-Flughafens.
Die vom Streik betroffenen Fluggesellschaften müssen die betroffenen Reisenden über die Ausfälle informieren. Bei Flügen, die nicht direkt über die Airline gebucht worden sind, beispielsweise bei Pauschalreisen, ist der jeweilige Reiseveranstalter zuständig.
Unter den 2.000 Beschäftigten, die zum Streik aufgerufen wurden, sind Mitarbeiter bei der Feuerwehr, der Verkehrsleitung sowie dem Terminalmanagement. Daher ist ein reibungsloser Ablauf ohne diese Mitarbeitenden für den 18. März nicht mehr gegeben, der Flugbetrieb kann nicht aufrechterhalten werden.
Worum es in den Tarifverhandlungen geht
Die nächste Verhandlungsrunde ist bereits fest für den 25. März angesetzt. Die Flughafengesellschaft äußerte sich zuversichtlich, dass eine Einigung an diesem Zeitpunkt zustande kommen könnte.
Der Flughafenbetreiber hatte zuletzt eine Lohnerhöhung in mehreren Schritten angeboten. Doch die Gewerkschaft Verdi wirft den Arbeitgebern eine "Blockadehaltung" vor.
Ein Angebot der Arbeitgeber für eine schrittweise Steigerung des Lohns bis zum Ende des Jahres 2028 lehnt die Gewerkschaft ab. Darin wurde eine Lohnsteigerung von ein bis 1,5 Prozent pro Jahr mit einer dreijährigen Laufzeit vorgeschlagen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem 6 Prozent mehr.
"Das ist kein ernsthaftes Angebot", kommentierte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Holger Rößler. "Wer den Beschäftigten über mehrere Jahre hinweg praktisch nur ein Prozent mehr Lohn pro Jahr anbietet, während die Lebenshaltungskosten steigen, zeigt keinerlei Wertschätzung für ihre Arbeit", erklärt dieser weiter und bezeichnete das Angebot als "Provokation".
Mit dem Streik will die Gewerkschaft Druck ausüben und somit ein neues "deutlich verbessertes Angebot" erhalten. Die Flughafengesellschaft erklärte das Ausmaß des Streiks für "unverhältnismäßig".
Pilotenstreik im Februar führte bereits zu Ausfällen
Zuletzt hatten im Februar diesen Jahres die Piloten gestreikt. Betroffen davon waren Flüge der Lufthansa, aber auch der Frachtairline Lufthansa Cargo, die von deutschem Boden aus starten. Auch Anreisen von Cockpit-Beschäftigten zum Einsatzort, Bereitschafts- und Reservedienste sowie Simulatortrainings werden bestreikt.
Auch im Nachbarland Belgien mussten mehrere Flughäfen am 12. März den Betrieb aufgrund von Streiks einstellen. Mehrere belgische Gewerkschaften riefen damals zum Streik auf. Sie protestieren gegen unbezahlte Mehrarbeit und Rentenreformen. Die Arbeitsniederlegungen betreffen zahlreiche Branchen, unter anderem den öffentlichen Verkehr und den Betrieb der Flughäfen.