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Kerosin-Krise: Israel soll Deutschland künftig mit Flugtreibstoff beliefern

Symbolbild: Ein Flugzeug am Berliner Flughaben, 7. November 2025
Symbolbild: Ein Flugzeug am Berliner Flughaben, 7. November 2025 Copyright  AP Photo/Martin Meissner
Copyright AP Photo/Martin Meissner
Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am
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Deutschland könnte wegen der Blockade der Straße von Hormus künftig Kerosin aus Israel beziehen. Experten warnen bereits vor steigenden Preisen, Flugstreichungen und möglichen Engpässen in Europa.

Medienberichten zufolge soll Israel künftig offenbar Kerosin nach Deutschland liefern. Dies geschehe auf Anfrage des deutschen Energieministeriums und vor dem Hintergrund der Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus, teilten das israelische Außenministerium und das israelische Energieministerium mit.

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Der israelische Außenminister Gideon Sa'ar habe die deutsche Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) während seines Besuchs in Berlin am Dienstag über den Schritt informiert, hieß es in einer Erklärung.

Von der Bundesregierung gibt es bislang noch keine Bestätigung.

Vor dem US-israelischen Krieg gegen Iran hat Deutschland der Wirtschaftswoche zufolge circa 70 bis 75 Prozent des importieren Kerosins aus dem Nahen Osten bezogen. Aufgrund der Blockade und den dementsprechenden Risiken für Schiffe in der Straße von Hormus soll im April dieses Jahres kein Kerosin aus der Region mehr nach Europa gelangt sein.

Experten haben bereits vor einer möglichen Knappheit, die auch Deutschland treffen könnte, gewarnt. Im Interview mit der Deutschen-Verkehrs-Zeitung erklärt der Rohstoffanalyst James Noel-Beswick, dass die Bundesrepublik stark von Lieferungen aus den Niederlanden abhängt, die derzeit noch gut versorgt seien. Doch genau darin liege das Risiko: Je mehr europäische Staaten auf niederländisches Kerosin angewiesen seien, desto stärker steige der Konkurrenzdruck um die verfügbaren Mengen.

Zunächst dürften deshalb die Preise spürbar anziehen, später könnten auch physische Engpässe folgen. Sollte die Meerenge länger blockiert bleiben, rechnet Noel-Beswick in Europa innerhalb von Wochen mit ersten spürbaren Folgen für Fluggesellschaften und Luftfracht.

Nach Daten des Luftfahrtanalyseunternehmens Cirium haben Fluglinien innerhalb von nur zwei Wochen weltweit fast zwei Millionen Sitzplätze aus ihren Flugplänen für Mai gestrichen. Die Zahl der verfügbaren Plätze sank demnach in der zweiten Aprilhälfte von 132 auf 130 Millionen. Besonders betroffen sind Einzelreisende und Familien, die für Ende Mai in Großbritannien und Teilen Kontinentaleuropas bereits Reisen ins Ausland gebucht haben.

Zu den europäischen Fluggesellschaften, die Verbindungen streichen, gehören unter anderem Turkish Airlines, Lufthansa, British Airways und KLM.

Passieren aktuell Schiffe durch die Straße von Hormus?

In einem Beitrag auf Truth Social hatte US-Präsident Donald Trump in der Nacht auf Mittwoch verkündet, dass die von ihm eingeleiteten Bemühungen, Schiffe aus der Straße von Hormus zu begleiten, nun vorerst ausgesetzt werde. Stattdessen würden die USA versuchen, ein Abkommen mit dem Iran abzuschließen, so der Präsident.

Trump gab zudem an, die Entscheidung auf "Wunsch Pakistans und anderer Länder, angesichts des enormen militärischen Erfolgs unserer Kampagne gegen den Iran und zusätzlich aufgrund der großen Fortschritte auf dem Weg zu einem vollständigen und endgültigen Abkommen mit Vertretern des Iran" getroffen zu haben.

Die US-Blockade für Schiffe, die iranische Häfen verlassen, würde ihm zufolge weiter bestehen bleiben.

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