Im Waffenstillstand befinden sich die USA und der Iran in einer Patt-Situation um die Straße von Hormus, durch die in Friedenszeiten ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports läuft.
Der Iran hat Medienberichten zufolge angeboten, die Blockade der Straße von Hormus aufzugeben, wenn die USA ihre Blockade gegen die Häfen der Islamischen Republik aufheben. Dieser Vorschlag würde die Gespräche über das Atomprogramm Teherans verschieben.
Das Angebot wurde bekannt, als der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (auch: Araghchi) zu Gesprächen mit Wladimir Putin nach Russland gereist war. Moskau ist ein wichtiger Unterstützer Teherans. Die Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den USA und Iran in Pakistan waren am Wochenende abgesagt worden.
US-Präsident Donald Trump schlug vor, die Gespräche stattdessen telefonisch zu führen.
USA nehmen Angebot des Iran wohl nicht an
Medienberichten zufolge scheint es unwahrscheinlich, dass die Trump-Regierung das von Pakistan an Washington übermittelte Angebot annimmt. Damit würden die Meinungsverschiedenheiten, die die USA und Israel dazu veranlassten, den Iran am 28. Februar anzugreifen und die oberste Führung zu töten, ungelöst bleiben.
"Wir können nicht zulassen, dass sie damit durchkommen", sagte US-Außenminister Marco Rubio zu US-Medienvertretern.
"Wir müssen sicherstellen, dass jede Vereinbarung, die getroffen wird, eine ist, die sie definitiv daran hindert, zu irgendeinem Zeitpunkt auf eine Atomwaffe zuzusteuern." fügte Rubio hinzu.
Trotz eines anhaltenden Waffenstillstands befinden sich die USA und der Iran in einer Pattsituation, was die Straße von Hormus betrifft, durch die in Friedenszeiten ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports per Schiff fließt.
Die Mitte April in Kraft getretene US-Sperrung der iranischen Häfen hat zu einer doppelten Blockade geführt, die laut Trump dazu dient, Teheran am Verkauf seines Öls zu hindern. Teheran entgehen dadurch wichtige Einnahmen, aber es könnte auch eine Situation entstehen, in der der Iran die Produktion einstellen muss, weil das Land kein Öl mehr lagern kann.
Die Schließung hat Trump auch innenpolitisch unter Druck gesetzt, da die Öl- und Benzinpreise im Vorfeld der wichtigen Zwischenwahlen in die Höhe geschnellt sind. Zudem leiden seine Verbündeten am Golf, die die Wasserstraße für den Export von Öl und Gas nutzen.
Am Montag schloss der Preis für Rohöl der Sorte Brent bei über 108 Dollar pro Barrel und damit etwa 50 % höher als zu Beginn des Krieges.
Europas Staats- und Regierungschefs sind frustriert
In einer gemeinsamen Erklärung, die von Bahrain initiiert wurde, wiederholten Dutzende Staaten am Montag ihre Forderung nach der Öffnung der kritischen Wasserstraße. Gleichzeitig teilte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, dem Sicherheitsrat mit, dass die humanitäre Belastung zunehme.
"Dieser Druck führt zu leeren Treibstofftanks, leeren Regalen - und leeren Tellern", sagte der UN-Chef.
Auch in ganz Europa machten führende Politiker ihrer Frustration Luft.
Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte Washington dafür, dass es in den Krieg eingetreten sei, ohne eine Strategie zu haben.
"Das Problem bei solchen Konflikten ist immer dasselbe: Es geht nicht nur darum, reinzukommen. Man muss auch wieder rauskommen", sagte Merz.
In Paris übte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot Kritik an allen Seiten, betonte aber, die Krise habe erst begonnen, nachdem die USA und Israel den Iran ohne klare Ziele "in einer Art und Weise, die das internationale Recht missachtet", angegriffen hätten.
Barrot verurteilte Teheran für die Schließung der Straße von Hormus. "Die Meerengen sind die Arterien der Welt. Sie sind nicht das Eigentum von irgendjemandem", sagte der Außenminister in der französischen Hauptstadt.