„Trip-Maxxing“ ist angesagter Reisetrend: Neue Studie zeigt die besten Europarouten mit kurzen Fahrzeiten, günstigen Unterkünften, Nachtleben und Top-Sehenswürdigkeiten.
Warum sich mit einer Stadt zufriedengeben, wenn man vier besuchen kann? „Trip-maxxing“ nennt sich ein neuer Reisetrend: Statt einer Woche an einem Ort planen viele Reisende nun Touren mit mehreren Städten und holen so mehr Eindrücke, Kultur und Erlebnisse aus ihrem Urlaub.
So viel Programm wirkt auf den ersten Blick übertrieben und teuer. Mit kleinem Budget ist es aber gut machbar. Neue Daten von FlixBus (Quelle auf Englisch) zeigen, dass mehrere Strecken quer durch Europa günstige Verbindungen und bezahlbare Übernachtungen bieten.
Das Unternehmen hat Ziele in ganz Europa analysiert, die mit seinem Netz erreichbar sind. Gesucht wurden Routen mit vier Stopps, bei denen jede Teilstrecke weniger als fünf Stunden dauert.
Die Strecken erhielten eine Bewertung nach insgesamt benötigter Reisezeit. Jeder Halt bekam außerdem Punkte für zentrale Reisefaktoren: Durchschnittspreise und Bewertungen von Hostels sowie die Kosten für einen günstigen Abend mit Essen und drei Bieren.
Zusätzlich floss ein, wie viele Sehenswürdigkeiten und Ausgehmöglichkeiten sich im Umkreis von fünf Kilometern um das Stadtzentrum befinden. Auch die Zahl der UNESCO-Welterbestätten innerhalb von 100 Kilometern wurde berücksichtigt.
Jede Stadt erhielt eine Note von null bis zehn. Für jede Route ergab sich so eine Gesamtwertung von bis zu 40 Punkten, basierend auf vier Kriterien: Nachtleben, Kultur, Budget und Unterkunft.
Zehn Routen schafften es auf die Trip-maxxing-Liste. Dies sind die fünf besten.
Route 1: Berlin - Prag - Wien - Budapest
Diese zentraleuropäische Tour steht mit 28,8 von 40 Punkten an der Spitze. FlixBus kommt zu dem Ergebnis, dass alle vier Städte in allen Kategorien überzeugen. Kein Halt dient nur als Lückenfüller.
Berlin, die erste Station, erzielt die beste Wertung beim Nachtleben. Die Stadt bietet zudem viel Geschichte und Kultur und lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden.
Die Unterkünfte sind vergleichsweise günstig, und es gibt auf engem Raum enorm viel zu sehen und zu erleben – mehr als in den meisten anderen Städten Europas.
Danach folgt Prag, weniger als fünf Stunden mit dem Bus von der deutschen Hauptstadt entfernt. Tschechiens Hauptstadt lockt mit einer eindrucksvollen gotischen Altstadt, einer Burganlage auf dem Hügel und der Karlsbrücke, einer mittelalterlichen Steinbrücke über die Moldau. Die Stadt gilt außerdem als sehr preiswert und eignet sich ideal für Reisende mit kleinem Budget.
Wien liegt ebenfalls unter fünf Busstunden entfernt und bietet ein ganz anderes Erlebnis als Prag. Die berühmte, elegante Stadt steht für ein ruhigeres Tempo, gemütliche Kaffeehäuser und ein fast grenzenloses Kulturangebot. Highlights sind das Kunsthistorische Museum Wien und die Wiener Staatsoper. Beim Stadtbummel säumen imposante Bauten aus der Kaiserzeit die Straßen.
Der Trip endet in Budapest, knapp unter vier Stunden von Wien entfernt. Ein Besuch der weltberühmten Thermalbäder und der sogenannten Ruinenbars, die in bröckelnden Innenhöfen entstanden sind, sollte unbedingt auf dem Programm stehen. Die Stadt wird von der Donau geteilt, über die die Kettenbrücke aus dem 19. Jahrhundert führt. Von der architektonisch auffälligen Fischerbastei aus blickt man weit über die ungarische Hauptstadt.
Route 2: Berlin - Prag - Bratislava - Budapest
Diese Strecke erzielt die beste Budgetwertung im gesamten Ranking und kommt insgesamt auf 28,1 Punkte.
Drei der Städte sind dieselben wie bei der ersten Route. Besonders interessant ist aber Bratislava, das touristisch noch vergleichsweise wenig erschlossen ist.
Bratislava, rund vier Stunden von Prag entfernt, wird oft zugunsten größerer Metropolen übersehen. Doch die slowakische Hauptstadt hat viel zu bieten.
Ein Bummel durch die verwinkelte Altstadt mit Kopfsteinpflaster, der Aufstieg zur Burg Bratislava mit weitem Blick über die Donau und ein Stopp in einem der vielen unabhängigen Weinlokale und Restaurants gehören dazu.
Als eigenständiges Ziel für einen Städtetrip wirkt Bratislava vielleicht nicht naheliegend. Im Rahmen einer Reise mit mehreren Städten lohnt sich ein Abstecher jedoch sehr.
Route 3: Berlin - Prag - Wrocław - Krakau
Diese Tour mit zwei bekannten Stopps aus den Toprouten gehört mit einer Gesamtfahrzeit von elf Komma sieben Stunden zu den schnellsten im Ranking. Sie erhält zudem eine Budgetnote von acht Komma sechs Punkten und macht damit wett, dass hier nur drei Länder statt vier auf dem Programm stehen.
Nach den Stopps in Berlin und Prag geht es in rund drei Stunden weiter nach Wrocław, Polens drittgrößter Stadt.
Wrocław erstreckt sich über mehrere Inseln, die mit mehr als 100 Brücken verbunden sind. Die Stadt besitzt einen eindrucksvollen Marktplatz, der es mit dem von Prag aufnehmen kann, aber deutlich weniger überlaufen ist. Im Universitätsviertel und auf der historischen Dominsel gibt es viel zu entdecken. Zudem sind überall in den Straßen die berühmten bronzenen Zwergenfiguren versteckt.
Die Reise endet in Krakau, etwa drei Stunden weiter östlich. Polens frühere Königshauptstadt verfügt über eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Zentren Europas. Rund um den weitläufigen Marktplatz Rynek Główny stehen gotische Kirchen, farbenfrohe Bürgerhäuser und lebhafte Cafés.
Die Stadt ist voller Geschichte und zugleich ideal, um Polens Küche und Nachtleben kennenzulernen. Etwa eine Stunde entfernt liegt die Gedenkstätte und das Museum Auschwitz-Birkenau, ein unbedingt empfehlenswerter Besuch.
Route 4: Amsterdam - Dortmund - Berlin - Prag
Mit insgesamt 27 Punkten liegt diese Route bei der Kategorie Kultur ganz vorn. Sie eignet sich vor allem für Reisende, die ihre Tour in Westeuropa starten und dann Richtung Osten weiterziehen möchten.
Amsterdam eröffnet die Reise mit einigen der besten Museen und einem ausgeprägten Nachtleben. Die Stadt lädt zu Besuchen im Rijksmuseum, im Van-Gogh-Museum und im Anne-Frank-Haus ein. Anschließend bietet sich ein Spaziergang durch das zum UNESCO-Welterbe zählende Grachtengürtelviertel sowie durch den Stadtteil Jordaan mit seinen unabhängigen Läden, Cafés und Bars an.
Gut zwei Stunden entfernt liegt Dortmund, eine der großen Überraschungen dieser Strecke. Die einstige Kohle- und Stahlstadt hat sich zu einem kulturellen Zentrum gewandelt. Zu den Attraktionen gehören der Phoenix-See auf dem Gelände eines ehemaligen Stahlwerks sowie eine wachsende Szene an Restaurants und Bars.
Den Abschluss bilden Stopps in Berlin und Prag, die beide ein reiches Kulturangebot und ein lebendiges Nachtleben bieten.
Route 5: Frankfurt - Berlin - Prag - Wien
Mit einer Gesamtwertung von 26,9 Punkten und einer Nachtleben-Note von sieben Komma sieben ist diese Route ideal für Reisende, die über eines der am besten angebundenen Verkehrsdrehkreuze Europas einfliegen und von dort aus nach Osten weiterziehen möchten.
Frankfurt ist weit mehr als das Finanzzentrum Deutschlands. Am Museumsufer findet sich eine der bedeutendsten Museumslandschaften des Landes. Der rekonstruierte Römerbergplatz vermittelt zugleich einen Eindruck von der mittelalterlichen Geschichte der Stadt.
Den Tag lässt man am besten mit einem Glas traditionellem Apfelwein im Stadtteil Sachsenhausen ausklingen, bevor es mit dem Bus nach Osten weitergeht – zunächst nach Berlin, dann nach Prag und schließlich nach Wien.
Diese Strecke bringt mit rund 13 Stunden zwar die längste Reisezeit in den Top fünf mit sich. Die Fahrten verteilen sich jedoch auf mehrere Tage. So lässt sich ohne großen Stress ein Eindruck von vier sehr unterschiedlichen europäischen Hauptstädten gewinnen.