In der Nähe des Ortes Valbonne zeigt das Domaine de La Sylviane eine stille Côte d’Azur: alte Dorfplätze, Olivenhaine und provenzalisches Erbe bleiben fast unberührt.
Nur einen kurzen Spaziergang vom mittelalterlichen Dorf Valbonne an der Französischen Riviera entfernt liegt ein historisches Anwesen. Valbonne ist bekannt für seine pastellfarbenen Häuser, Kopfsteinpflastergassen und einen Platz, auf dem sich unzählige Café-Tische drängen. Jetzt steht das Anwesen zum Verkauf – und es kann mit prominenten früheren Bewohnern aufwarten.
Die englische Pop-Rock-Band Duran Duran nutzte das Domaine de La Sylviane in den 1980er-Jahren dem Vernehmen nach als Basis, als sie ihr drittes Studioalbum „Seven and the Ragged Tiger“ aufnahm.
Das Anwesen liegt auf einem Grundstück von zehn Hektar mit über 500 Olivenbäumen, die fast 1.000 Liter Öl pro Jahr liefern. Insgesamt umfasst die Liegenschaft 23 Räume, darunter 16 Schlafzimmer, einen Fitnessraum, ein Poolhaus, einen von Obstbäumen gesäumten Tennisplatz und eine Garage mit Platz für sechs Autos.
La Sylviane trägt den Namen der Tochter eines Generals aus Napoleons Armee. Später lebten dort auch Mitglieder der Familie von Fürst Rainier III. von Monaco, bevor das Anwesen an die heutigen Eigentümer verkauft wurde.
Das Herzstück ist das Haupthaus mit sechs Schlafzimmern, das im Jahr 1697 entstand und tief in der Geschichte der Provence verwurzelt ist. Das angrenzende, dreistöckige Cottage beherbergt eine eigenständige Zweizimmerwohnung. Im Hof stehen zudem zwei weitere Villen, beide ebenfalls mit jeweils zwei Schlafzimmern.
Zum Domaine de La Sylviane gehört auch ein Hausmeister, der dauerhaft vor Ort lebt und sich um die Pflege des Anwesens kümmert. Seine Wohnung liegt direkt am Eingang des Grundstücks.
Doch nicht nur die Größe und die prominenten sowie royalen Verbindungen machen La Sylviane besonders. Das Anwesen eröffnet auch einen Blick auf eine Französische Riviera jenseits der bekannten Hotspots.
Jahrhunderte Côte-d’Azur-Geschichte in einem Anwesen
Laut Carlton International (Quelle auf Englisch), einem auf Luxusimmobilien spezialisierten Maklerhaus, das mit dem Verkauf beauftragt ist, wurde das Anwesen im 13. Jahrhundert besiedelt. Damals diente es als landwirtschaftliches Zentrum, das Mönche bewirtschafteten.
Für Philip Weiser, Gründer und CEO von Carlton International, liegt die Bedeutung des Anwesens vor allem in seiner Geschichte und seiner Lage.
„Lange bevor Cannes die Filmstars der Welt empfing und bevor Cap d’Antibes zum Synonym für prachtvolle Anwesen und elegante Hotels wurde, war die Riviera ein Land der Fischer, Mönche, Olivenbauern und Bergdörfer. Ihr Rhythmus richtete sich nach den Jahreszeiten, nicht nach dem Ferienkalender“, sagte Weiser gegenüber Euronews Travel.
Er betonte, dass Güter wie La Sylviane bis heute den Charakter der Provence prägen. Das Hinterland der Riviera gehöre zu den bestgehüteten Geheimnissen der Region.
Statt Meeresrauschen dominieren in Orten wie Valbonne Glockengeläut, alte Steinhöfe statt Villen direkt am Wasser und schmale Landstraßen, die sich durch jahrhundertealte Olivenhaine schlängeln, die sich kaum verändert haben.
Die Französische Riviera steht heute für Bilder von luxuriösen Yachten in den Buchten, goldenen Stränden und glitzernden Filmfestivals. In einem Ort wie Valbonne misst sich „Luxus jedoch nicht an Sichtbarkeit, sondern an Authentizität – an der Freiheit, jeden Morgen zu Fuß zur Bäckerei im Dorf zu gehen“, so Weiser.
Die Riviera jenseits der Küste
Valbonne liegt zwar abseits des Meeres und verspricht einen ruhigeren Aufenthalt, doch genau das macht für Weiser den Reiz aus.
Das Landgut ist rund 20 Minuten vom internationalen Flughafen in Nizza und etwa 15 Minuten von Cannes entfernt.
„Die verborgene Côte d’Azur konkurriert nicht mit Cannes, Nizza oder Saint-Tropez“, sagte Weiser. „Sie ergänzt sie. Sie bietet ein völlig anderes Erlebnis – eines, das die bleibende Seele der Provence hinter dem Glamour der Küste sichtbar macht.“
Das restaurierte Dorfzentrum hebt historische Bauwerke hervor, darunter die Place des Arcades, auf der jeden Freitagmorgen ein Markt stattfindet. Besonders an Markttagen, so Weiser, pulsiert dort das Leben.
Valbonne liegt zudem nur einen Katzensprung vom Bergdorf Mougins entfernt, das als gastronomische Hauptstadt der Französischen Riviera gilt – mit feinen Restaurants, darunter Häusern mit Michelin-Sternen.
Beim jährlichen Festival Étoiles de Mougins, das 2006 von Paul Bocuse, Gaston Lenôtre, Alain Ducasse, Michel Guérard und Pierre Troisgros ins Leben gerufen wurde, kommen renommierte Köche und Feinschmecker zusammen. Sie feiern die Küche mit Kochshows, Workshops, Wettbewerben und Fachkonferenzen.
Zu den weiteren umliegenden Orten, die Weiser empfiehlt, zählt Biot, berühmt für seine Glaskunst. Erwähnung findet auch Grasse, das er als „Welthauptstadt des Parfüms“ beschreibt – eine Stadt, die bis heute jene Blüten anbaut, aus denen seit Jahrhunderten die großen Parfümhäuser ihre Düfte kreieren.
„Binnen 20 Minuten können Bewohner und Gäste an den Stränden von Cannes, Antibes oder Juan-les-Pins baden, in Michelin-Sterne-Restaurants essen, einige der besten Golfplätze Europas bespielen oder vom Flughafen Nizza Côte d’Azur direkt in alle Welt fliegen“, sagte Weiser.
Bei all den Angeboten der restlichen Französischen Riviera gelte dennoch: „Am Ende des Tages kehren sie zurück in die Ruhe von Olivenhainen, Wäldern und jahrhundertealten Steinhäusern.“