Ein Kloster als Spa, ein Palazzo mit eigenem Ruderkurs, ein Grandhotel am Genfersee: Der Michelin Guide hat seine neue Liste der besten Hotels der Welt vorgestellt.
Wer einen wirklich außergewöhnlichen Hotelaufenthalt sucht, kommt mit fünf Sternen nicht weit. Dann führt kein Weg am Michelin Guide vorbei.
Der Reifenhersteller ist für seine Restaurantkritiken und die Michelin-Sterne bekannt, vergibt seit 2024 aber auch „Schlüssel“ an Häuser rund um den Globus. Ein Schlüssel steht für einen „sehr besonderen“ Aufenthalt, zwei Schlüssel bedeuten ein „außergewöhnliches“ Erlebnis. Drei Schlüssel sind eine andere Liga.
Ein Drei-Schlüssel-Hotel bietet laut Michelin „eines der bemerkenswertesten und außergewöhnlichsten Unterkünfte der Welt und ist ein Ziel für die Reise des Lebens“. Das klingt überzeugend.
In der Auswahl der Michelin Keys für 2026, die vergangene Woche vorgestellt wurde, gibt es weltweit nur 155 Drei-Schlüssel-Hotels, darunter acht neue Adressen in Europa. Wir zeigen, was diese Häuser so besonders macht.
Neue Drei-Schlüssel-Hotels in Europa
Das Airelles Palladio in Venedig trägt nicht nur drei Schlüssel, es wurde von Michelin auch gerade zur „Opening of the Year“ gekürt. Das Haus liegt auf der Insel Giudecca gegenüber dem Markusplatz und bietet den Zauber Venedigs ohne den Trubel der Altstadt.
Das Hotel besteht aus vier historischen Gebäuden. Wer entspannen möchte, findet hier das größte Spa Venedigs und drei Schwimmbecken. Kulturfans buchen exklusive Besuche im Dogenpalast oder lernen traditionelles venezianisches Rudern. Feinschmecker kommen in Restaurants von Nobu Matsuhisa, Norbert Niederkofler und Cedric Grolet auf ihre Kosten.
Das Airelles Palladio gehört zu nur zwei Hotels, die im Michelin-Key-Verzeichnis direkt mit drei Schlüsseln eingestiegen sind. Das andere ist das Soneva Secret auf den Malediven.
In Europa hat Michelin in diesem Jahr sieben Hotels von zwei auf drei Schlüssel hochgestuft, drei davon in Italien und je zwei in Frankreich und der Schweiz.
In Florenz erreicht das Collegio alla Querce, Auberge Collection, nun Drei-Schlüssel-Niveau. Das Haus, das die Zeitschrift Esquire Anfang des Jahres zum besten neuen Hotel erklärt hatte, befindet sich in einer ehemaligen Villa aus dem 16. Jahrhundert, die später als Kolleg genutzt wurde. Gäste schätzen die Anspielungen auf diese Vergangenheit, etwa eine Bar im früheren Rektorenbüro, in der Gerichte an die Geschichten berühmter Entdecker erinnern, die hier einst studierten, sowie den Außenpool.
Das Borgo Santandrea an der Amalfiküste steckt in einem modernistischen Bau aus den Sechzigerjahren. Michelin nennt es „ultra-chic und ultra-luxe“, besonders das Terrassenrestaurant mit seinen Ausblicken.
Das letzte in Italien aufgewertete Haus ist das Splendido, A Belmond Hotel, in Portofino. Das elegante Hotel verfügt über nur 53 Zimmer, einen Außenpool und das nach Angaben des Betreibers weltweit erste Dior Spa.
In Frankreich erhielt das Château de la Chèvre d'Or den dritten Schlüssel wegen seiner Lage im mittelalterlichen Dorf Èze, die es mit zwei Außenpools und dem mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurant La Chèvre d'Or ausspielt.
Auch das Le Couvent des Minimes, ein Kloster aus dem 17. Jahrhundert, das heute als Wellness-Refugium dient, stieg in diesem Jahr auf. Die Michelin-Tester loben das 2.500 Quadratmeter große Spa L'Occitane en Provence und das mit einem Stern ausgezeichnete Restaurant Le Feuillée.
Auch das Beau-Rivage Palace bekam drei Schlüssel. Michelin bezeichnet es als „eines der letzten traditionellen Grandhotels Europas“. Das Haus am Ufer des Genfersees wurde kürzlich renoviert und bietet neben einem großen Spa auch Tennis- und Padelplätze sowie eine Golf-Driving-Range.
Das Kulm Hotel St. Moritz sei „das Nonplusultra eines alpinen Fünf-Sterne-Hauses“, heißt es bei Michelin. Es bietet einen Blick über den See, ein 2.000 Quadratmeter großes Spa, einen Außenpool mit Sicht auf die Pisten und mehrere ausgezeichnete Restaurants.