In der südbosnischen Stadt Konjic steht einer der größten Atombunkeranlagen aus Zeiten des ehemaligen Jugoslawiens

Video. Eintritt durch Garagentor: Superbunker lockt Touristen in Südbosnien

In Bosnien wie auch in anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawiens herrscht kein Mangel an Bunkern, die während des Kalten Krieges gebaut wurden.

In Bosnien wie auch in anderen Teilen des ehemaligen Jugoslawiens herrscht kein Mangel an Bunkern, die während des Kalten Krieges gebaut wurden.

Doch angesichts der Drohung Russlands, in seinem Krieg mit der Ukraine Atomwaffen einzusetzen, spukt das Gespenst eines nuklearen Showdowns wieder durch die Welt.

Die Bunker, die die Bevölkerung im Falle eines nuklearen Angriffs schützen sollten, werden seit langem als Relikt der Vergangenheit betrachtet, das zweckentfremdet wird oder das man verfallen lässt.

Konjics Atombunker seit 2010 Kunstgalerie

Eine der wohl bekanntesten Anlagen liegt in der südbosnischen Stadt Konjic: die 6.500 Quadratmeter große unterirdische Festung, die während des Kalten Krieges für umgerechnet 4,6 Milliarden Dollar gebaut wurde, wurde 2010 in eine Kunstgalerie umgewandelt.

Tausende von Tourist:innen haben seitdem durch ein unscheinbares Garagentor eines abgelegenen Hauses außerhalb von Konjic in den U-förmigen Komplex besucht, der in den Berg dahinter gegraben wurde. Seine Existenz war nur dem ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Josip Broz Tito, vier Generälen und einer Handvoll Soldaten bekannt war, die ihn bis 1992 bewachten.

Platz für 350 Menschen und Vorräte für sechs Monate

"Die Anlage wurde gebaut, um bis zu 350 führende Köpfe des ehemaligen Jugoslawiens im Falle einer 25-Kilotonnen-Atomexplosion zu beherbergen. Sie war mit Vorräten ausgestattet, die es ihnen ermöglicht hätten, sechs Monate lang zu überleben", sagte Selma Hadzihuseinovic, Vertreterin einer lokalen Wirtschaftsentwicklungsagentur und mit der Verwaltung des Objekts beauftragt ist.

Mit einem Süßwasserbecken, einem Generatorraum mit zwei 25-Tonnen-Treibstofftanks und einer Klimaanlage, die die Temperatur auf angenehme 21 Grad Celsius hält, sowie über 100 Schlafzimmern, Büros und Konferenzräumen sei der Superbunker seiner Zeit wirklich voraus gewesen, meint Hadzihuseinovic.

Allerdings entspräche die Anlage im Falle eines Atomkrieges nicht mehr den modernen Standards.