Asiens Börsen legten zu. Premierministerin Sanae Takaichi holte bei der historischen Wahl in Japan eine Mehrheit von zwei Dritteln und schürte Hoffnung auf neue Konjunkturprogramme.
Die asiatischen Börsen sind am Montag leicht gestiegen. Anlass war der deutliche Wahlsieg der Liberaldemokratischen Partei (LDP) von Sanae Takaichi in Japan, der weltweit für mehr Klarheit an den Märkten sorgt.
Der japanische Leitindex Nikkei 225 legt um rund vier Prozent zu. Der Hang Seng in Hongkong steigt um 1,76 Prozent, der südkoreanische Kospi um 4,10 Prozent. Der chinesische SSE Composite Index gewinnt 1,41 Prozent.
In Europa zeigen sich die Börsen uneinheitlich. Der STOXX Europe 600 liegt gegen Mittag MEZ weniger als 0,1 Prozent im Plus. Der französische CAC 40 und der britische FTSE 100 geben nach. Der deutsche DAX notiert dagegen 0,18 Prozent höher, der spanische IBEX 35 gewinnt 0,44 Prozent.
Nun richtet sich der Blick auf den Handelsstart in New York. Die US-Terminkontrakte deuten auf niedrigere Kurse hin.
Auch Edelmetalle legen zu. Gold steigt um rund 0,72 Prozent und klettert wieder über 5.000 Dollar je Feinunze. Silber gewinnt mehr als zwei Prozent und notiert knapp unter 80 Dollar je Unze.
Der Yen wertet am Montag nach Takaichis Wahlsieg auf und macht damit sechs Verlusttage in Folge wett.
Die Regierungschefin sichert nach der Wahl die „Fortsetzung einer verantwortungsvollen und aktiven Haushaltspolitik“ zu. Ob sie jedoch auf einen schwächeren Yen setzt, bleibt offen. Sie verweist darauf, dass eine Abwertung der Währung Vor- und Nachteile hat.
Japans neue Stabilität
Japans erste Regierungschefin, Sanae Takaichi, hat für die LDP einen Großteil der Unterstützung zurückgewonnen, die die Partei in den vergangenen Wahlen wegen Inflation und Korruptionsaffären eingebüßt hatte.
Nach ihrem Wahlsieg kündigt Takaichi an, ihr Wahlversprechen schneller umzusetzen und die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel für zwei Jahre auszusetzen.
Der daraus entstehende Ausfall an Staatseinnahmen, kombiniert mit der hohen Verschuldung, hatte bereits im Vormonat einen Ausverkauf japanischer Staatsanleihen ausgelöst.
Finanzministerin Satsuki Katayama versucht dennoch, Sorgen über die Staatsverschuldung und die jüngste Yen-Schwäche zu dämpfen. Viele Anleger fürchten, dass beides bald zu höheren Zinsen führen könnte.
Katayama bringt ins Spiel, Teile der Devisenreserven zur Finanzierung staatlicher Ausgaben zu nutzen. Das ist grundsätzlich möglich, aber schwierig, weil diese Mittel üblicherweise nur für Eingriffe am Devisenmarkt gedacht sind.
Die Finanzministerin betont zudem die enge Abstimmung und den intensiven Austausch zwischen Regierung und Bank of Japan.
Diese Signale und das klare Mandat für Premierministerin Takaichi beruhigen die Finanzmärkte vorerst.
US-Konjunkturdaten
Anleger weltweit warten in dieser Woche zudem auf wichtige Konjunkturdaten aus den USA, darunter Berichte, die sich durch den jüngsten teilweisen Regierungsstillstand verzögert haben.
Im Mittelpunkt stehen der Arbeitsmarktbericht für Januar am Mittwoch und der Verbraucherpreisindex (CPI) für Januar am Freitag.
Vom nachgereichten Beschäftigungsbericht erwarten Ökonomen einen Zuwachs von rund 60.000 Stellen. Beim Verbraucherpreisindex rechnen sie damit, dass die Inflation auf 2,5 Prozent zurückgeht.
Parallel zu den Datenveröffentlichungen wollen mehrere Fed-Gouverneure sprechen, darunter Christopher Waller und Stephen Miran.
Anleger achten besonders auf die Wortwahl der Fed-Mitglieder, um die künftige Linie der Notenbank auszuloten. Hintergrund ist die Ernennung von Kevin Warsh zum Nachfolger von Jerome Powell an der Spitze der Federal Reserve.
Warsh soll sein Amt im Mai 2026 antreten, sofern der Senat zustimmt.
Präsident Donald Trump hat Warsh ausgewählt, weil dessen Laufbahn in Politik und Privatwirtschaft die Finanzmärkte beruhigen dürfte. Warsh gilt als Befürworter niedrigerer Zinsen und eines kleineren Zentralbank-Bilanzvolumens.