Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Vor Cannes: Iran verurteilt renommierten Regisseur zu einem Jahr Haft

Jafar Panahi
Jafar Panahi Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Alain Chandelier
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Ein Gericht im Iran hat den renommierten Regisseur Jafar Panahi wegen "Propaganda gegen die Islamische Republik Iran" zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt.

Rechtsanwalt Nili teilte dem iranischen Medium »Emtedad« mit, ein Gericht habe seinen Mandanten Jafar Panahi im ersten Urteil wegen »Propaganda gegen die Islamische Republik Iran« zu einem Jahr Haft ohne Bewährung verurteilt. Außerdem habe das Gericht eine zweijährige Ausreisesperre verhängt und ihm in dieser Zeit die Mitgliedschaft in politischen und gesellschaftlichen Gruppen untersagt.

WERBUNG
WERBUNG

Der Anwalt des renommierten Regisseurs und Palmend-Trägers von Cannes erklärte, die Richter führten mehrere Punkte als Begründung an: den Dreh eines »illegalen und regierungskritischen Untergrundfilms«, die Unterstützung für aus politischen und Sicherheitsgründen Inhaftierte, die Solidarität mit den regierungskritischen Protesten, die Unterstützung der Parole »Frau, Leben, Freiheit«, die Unterzeichnung und Veröffentlichung einer Erklärung zur Streikbewegung der Lastwagenfahrer, eine vermeintliche »Schwarzmalerei« der Lage im Land sowie das Teilen eines Videoclips, in dem Menschen aus Protest gegen Todesurteile gemeinsam die Hymne »Ey Iran« singen.

Nili betonte, Panahi könne das Urteil binnen 20 Tagen nach Zustellung vor dem Berufungsgericht der Provinz Teheran anfechten.

Das Gericht fällte sein erstes Urteil gegen Panahi, als dieser im Ausland für seinen Film »Ein einfacher Unfall« warb. Das Werk gewann in Cannes die Goldene Palme und ging anschließend für Frankreich ins Oscar-Rennen in der Kategorie bester internationaler Film.

Der bekannte iranische Regisseur kehrte trotz des Urteils in Abwesenheit nach der Oscar-Zeremonie am 30. März nach Iran zurück. Diese Rückkehr fiel in eine Phase, in der die USA und Israel im offenen Konflikt mit der iranischen Führung lagen.

In den Jahren 2022 und 2023 verbrachte Panahi 86 Tage im Teheraner Evin-Gefängnis. Die Behörden warfen ihm auch damals »Propaganda gegen das System« vor. Nach einem Hungerstreik und der Annahme seines Berufungsantrags, in dessen Folge das Gericht die ursprünglichen Vorwürfe aufhob, kam er frei.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Hitlers 70 km Geisterbahn: längste Autobahn-Ruine Deutschlands

"Tradition lebendig halten": Italienische Cowboys feiern Riarto-Fest

"Mehrzweckeier" - Diss gegen Merz als Jugendwort des Jahres? Die Abstimmung läuft