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Obama Presidential Center eröffnet mit Stars und Seitenhieben auf Trump

Der frühere US-Präsident Barack Obama (rechts) lacht gemeinsam mit seiner Frau Michelle.
Rechts im Bild: Ex-Präsident Barack Obama lacht gemeinsam mit der früheren First Lady Michelle Obama. Copyright  Credit: AP Photo
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Von Theo Farrant & AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Auf der Bühne warb Barack Obama für Charakter, Ehrlichkeit, Integrität, Freundlichkeit und Pflichtbewusstsein und lobte Politiker beider Parteien.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat am Donnerstag in Chicago gemeinsam mit drei weiteren Ex-Präsidenten die Eröffnung seines Präsidialzentrums gefeiert. Zu der außergewöhnlichen Veranstaltung kamen internationale Staats- und Regierungschefs, Stars aus Hollywood und Spitzensportler.

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Die per Livestream übertragene Feier, zu der nur geladene Gäste Zugang hatten, bot Auftritte von Bruce Springsteen, Stevie Wonder, Christina Aguilera, Bono, Common, John Legend und weiteren Künstlern.

Obama erinnerte daran, wie er 1985 als unerfahrener Community-Organiser nach Chicago kam. Einen anderen Ort für dieses Zentrum könne er sich nicht vorstellen.

Er erzählte, dass er ganz in der Nähe seine spätere Frau Michelle kennenlernte. Dass ihre Hochzeitsfeier nur wenige Gehminuten vom heutigen Zentrum entfernt stattfand, ihre Kinder im Viertel zur Welt kamen und er dort seine erste politische Kampagne startete.

Barack und Michelle Obama betreten gemeinsam mit ihren beiden Töchtern Malia und Sasha die Bühne.
Barack und Michelle Obama betreten gemeinsam mit ihren beiden Töchtern Malia und Sasha die Bühne. Credit: AP Photo
Das Obama Presidential Center vor Beginn der Einweihungszeremonie am 18. Juni 2026.
Das Obama Presidential Center vor Beginn der Einweihungszeremonie am 18. Juni 2026. Credit: AP Photo

Auf der Bühne standen Barack Obama und die frühere First Lady Michelle Obama zusammen mit ihren Töchtern, den Ex-Präsidenten Joe Biden, George W. Bush und Bill Clinton, den früheren First Ladies Jill Biden, Laura Bush und Hillary Rodham Clinton sowie der ehemaligen Vizepräsidentin Kamala Harris.

Auffällig fehlte Präsident Donald Trump. Er hatte das 850 Millionen Dollar (740 Millionen Euro) teure Zentrum im Februar in einem Beitrag in sozialen Netzwerken als „totales Desaster“ bezeichnet.

Zwar fiel Trumps Name während der Zeremonie nicht. Doch sowohl Barack als auch Michelle Obama spielten in ihren Reden auf ihn an – Anspielungen, die viele als Kritik am amtierenden Präsidenten verstanden.

Michelle Obama äußerte sich am schärfsten. Sie sprach nur wenige Tage, nachdem ein UFC-Kämpfer sie bei einer Veranstaltung im Weißen Haus zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten als „einen Mann“ bezeichnet hatte.

Bruce Springsteen tritt bei der Einweihungszeremonie für das Obama Presidential Center am 18. Juni 2026 in Chicago auf.
Bruce Springsteen tritt bei der Einweihungszeremonie für das Obama Presidential Center am 18. Juni 2026 in Chicago auf. Credit: AP Photo
Von links: Common, der ehemalige Präsident Barack Obama und die frühere First Lady Michelle Obama umarmen Stevie Wonder.
Von links: Common, der ehemalige Präsident Barack Obama und die frühere First Lady Michelle Obama umarmen Stevie Wonder. Credit: AP Photo

In ihrer Rede lobte sie die Amtszeit ihres Mannes und verurteilte „die Lügen über dein Geburtsrecht“ – ein Verweis auf die falsche „Birther“-Verschwörung, die Trump vor mehr als einem Jahrzehnt verbreitet hatte.

„Wie absurd ist schon die Vorstellung, dass du unter diesem Druck hättest einknicken können“, sagte Michelle Obama. „Wie absurd ist die Vorstellung, dass du irgendetwas getan hättest, außer unsere Familie und dieses ganze Land stolz zu machen.“

Michelle Obama wandte sich direkt an ihren Mann, als sie ans Rednerpult trat. „Acht Jahre lang standest du im Feuer und nicht ein einziges Mal bist du daran geschmolzen. Kein einziges Mal hast du zugelassen, dass dich die Hitze verhärtet.“

Sie erinnerte an zentrale Entscheidungen der acht Jahre ihres Mannes im Amt. Dazu zählte sie den Befehl zu der Operation, bei der Osama bin Laden getötet wurde, den Einsatz „für die Ehegleichheit“ und „dafür, auf die Wissenschaft zu hören“.

Die frühere First Lady sprach auch über die derzeit „ängstlichen und spalterischen Zeiten“. Sie warnte davor, zynisch oder selbstzufrieden zu werden, wenn sich „alles so auf den Kopf gestellt“ anfühlt. Das Zentrum solle „eine kleine Auszeit davon“ bieten.

Der 44. Präsident warb in seiner Rede für Charakter, Ehrlichkeit, Integrität, Freundlichkeit, Mitgefühl und Pflichtbewusstsein. Er lobte Demokraten und Republikaner, auch jene, die er einst besiegt hatte.

„Jeder Präsident hier heute, so unterschiedlich wir auch sind, hat versucht, jene Werte hochzuhalten, an die John McCain und Mitt Romney nicht weniger geglaubt haben als ich“, sagte Obama. „Das ist unser größtes Erbe.“

Er blickte auch auf die Gründung der Vereinigten Staaten als „radikales“ Experiment der Selbstregierung zurück. Er erinnerte daran, dass die Revolution ererbte Macht und starre Hierarchien verwarf. Das Versprechen von damals sei gewesen, dass es „keine Könige oder Lords, keine Leibeigenen oder Untertanen, sondern nur Bürger“ geben sollte.

Obama Presidential Center: Das steckt drin

Der fast 20 Hektar große Campus liegt im Jackson Park auf der South Side von Chicago, nicht weit von Obamas früherem Wohnort und seinem politischen Einstieg entfernt. Die Anlage soll künftig mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher im Jahr anziehen.

Kernstück ist ein weithin sichtbares Museumsgebäude, das die politische und persönliche Geschichte des ersten schwarzen US-Präsidenten und der ersten schwarzen First Lady erzählt. Außerdem gehören eine Zweigstelle der Chicago Public Library, Basketballplätze, ein Spielplatz, ein Sportzentrum und Picknickflächen zum Gelände.

Die Filiale der Chicago Public Library im Obama Presidential Center ist vor der Einweihungszeremonie am Donnerstag, den 18. Juni 2026, in Chicago zu sehen.
Die Filiale der Chicago Public Library im Obama Presidential Center ist vor der Einweihungszeremonie am Donnerstag, den 18. Juni 2026, in Chicago zu sehen. AP Photo/Jon Cherry

„Dies ist ein sicherer Ort, an den Menschen kommen können, um über die historischen Momente dieser Präsidentschaft und der Wahlkämpfe nachzudenken“, sagte Josh Harris, Vizepräsident für Öffentlichkeitsarbeit der Obama Foundation, bei einem Rundgang über den Campus. „Aber vor allem sollen sie hier als Gemeinschaft zusammenkommen und überlegen, welche Veränderungen sie in ihrem eigenen Viertel anstoßen können.“

Besucherinnen und Besucher des Museums können eine originalgetreue Nachbildung des Oval Office betreten.

Mehrere der Ballkleider, die Michelle Obama als First Lady trug, sind auf Schaufensterpuppen hinter Glas zu sehen. Darunter ein schwarz-rotes Kleid von Designer Narciso Rodriguez, das sie am Wahlabend in Chicago trug.

Die Gäste können auch Stoffproben anfassen, darunter den roségoldenen Kettenpanzer-Abendgown von Atelier Versace, den sie bei ihrem letzten Staatsdinner im Jahr 2016 trug.

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