Bereits im März hatte Donald Trump Spanien mit wirtschaftlichen Sanktionen gedroht. Damals hatte die Regierung in Madrid den Einsatz der Stützpunkte Rota und Morón für US-Luftangriffe gegen Iran blockiert. Nun verschärft der US-Präsident seinen Kurs gegen den NATO-Partner.
Donald Trump hat beim NATO-Gipfel in Ankara seine Angriffe auf Spanien erneut verschärft. Der US-Präsident erklärte am Mittwoch, er habe Finanzminister Scott Bessent angewiesen, den gesamten Handel mit Spanien zu beenden. Spanien sei ein "schrecklicher Partner" innerhalb des Atlantikbündnisses.
"Spanien ist ein hoffnungsloser Fall. Wir wollen keine Geschäfte mehr mit Spanien machen", sagte Trump vor Journalisten.
Daraufhin verteidigte NATO-Generalsekretär Mark Rutte Spanien mit den Worten: "Sie haben Spanien erwähnt; Sie haben sogar erreicht, dass Spanien zwei Prozent zahlt; das Land hat im vergangenen Jahr einen großen Schritt gemacht. Es gibt zwar noch einige Probleme, die wir lösen müssen, aber selbst Spanien hat die 2-Prozent-Marke erreicht."
Die Äußerungen fielen bei einem gemeinsamen Presseauftritt mit Mark Rutte. Dabei griff Trump die Regierung von Pedro Sánchez erneut an. Anlass ist ihre Weigerung, die Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen – eine Forderung, die Washington seinen europäischen Verbündeten seit einigen Monaten immer wieder vorlegt.
"Gelassenheit" in der spanischen Regierung
Im Regierungssitz Moncloa betonen Vertraute des Regierungschefs, man sei auf dieses Szenario vorbereitet gewesen. Die Brüskierungen Trumps nehme man mit relativer Gelassenheit hin. Die Regierung hatte eine ausführliche Argumentationslinie vorbereitet. Pedro Sánchez reiste mit einem Bündel von Zahlen und Fakten nach Ankara, um auf die Angriffe des US-Präsidenten reagieren zu können.
Trotz der Forderungen aus den USA verweist Spanien darauf, beim Verteidigungsetat bereits die Marke von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht zu haben. Damit liegt das Land auf Platz sieben unter den 32 NATO-Partnern. Internen Berechnungen der Allianz zufolge reicht ein Wert von 2,1 Prozent aus, damit Spanien seine Verpflichtungen erfüllt.