Die EZB stellt zehn finale Entwürfe für neue Euro-Banknoten vor: Im Rennen sind Motive zu Kultur und Natur mit Leonardo, Maria Callas, Beethoven, Marie Curie und Europas Vogelwelt.
Die zukünftigen Euro-Banknoten nehmen Gestalt an. Dieses Mal haben die Bürgerinnen und Bürger in Europa das letzte Wort. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag die zehn finalen Entwürfe für die neuen Stückelungen vorgestellt, die ab Ende 2026 in Umlauf kommen sollen.
Mehr als 1.200 Vorschläge lagen auf dem Tisch. Am Ende kristallisierten sich jedoch zwei große Themen heraus, die die Identität des Kontinents widerspiegeln: Europas Kultur und der Reichtum der Natur.
Zum einen stehen Persönlichkeiten, die Kunst, Musik, Wissenschaft und Literatur geprägt haben. Zum anderen Flüsse und Vögel, die Ländergrenzen überqueren – Symbole für die europäische Artenvielfalt und für die Notwendigkeit, sie zu schützen.
Neue Euro-Banknoten: EZB lässt Bürger über Design abstimmen
Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde (Quelle auf Italienisch), stellte die zehn Finalentwürfe vor. Sie rief die Menschen in Europa dazu auf, sich an der Wahl des neuen Gesichts des Euro zu beteiligen.
Die Abstimmung läuft hier. Für jedes der beiden Themen gibt es fünf unterschiedliche Designs mit jeweils eigener Bildsprache: einige modern und minimalistisch, andere näher an den dargestellten Motiven. Über eine Umfrage auf der EZB-Website können die Bürgerinnen und Bürger ihre Favoriten wählen und so zur endgültigen Entscheidung beitragen.
Thema „Europäische Kultur“: sechs prägende Persönlichkeiten der Geschichte
Setzt sich das Kultur-Thema durch, zeigen die neuen Banknoten einige der einflussreichsten Persönlichkeiten der europäischen Geschichte.
Die Fünf-Euro-Banknote würde Maria Callas, die berühmte griechisch-amerikanische Sopranistin, zeigen, die die Opernwelt revolutioniert hat.
Der Zehn-Euro-Schein wäre dem deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven gewidmet, während der 20-Euro-Schein die Wissenschaftlerin Marie Curie, Nobelpreisträgerin und Pionierin der modernen Forschung, zeigen würde.
Auf der 50-Euro-Banknote erschiene Miguel de Cervantes, Autor von „Don Quijote“, einem der bedeutendsten Romane der Weltliteratur.
Die höheren Stückelungen würden zwei Schlüsselpersonen des europäischen Denkens ehren: Leonardo da Vinci auf der 100-Euro-Note und Bertha von Suttner, Friedensnobelpreisträgerin, auf der 200-Euro-Banknote.
Alternative Serie: Vögel als Symbole Europas
Die alternative Serie setzt auf die Natur. Jede Banknote zeigt eine andere europäische Vogelart in einer Flusslandschaft, während auf der Rückseite die wichtigsten Institutionen der Europäischen Union erscheinen.
In der Serie steht der Mauerläufer für das Europäische Parlament, der Eisvogel für die Europäische Kommission, der Bienenfresser für die Europäische Zentralbank. Der Weißstorch wird mit dem Gerichtshof der Europäischen Union verbunden, der Säbelschnäbler mit dem Europäischen Rat und dem Rat der Europäischen Union. Der Basstölpel schließlich symbolisiert den Europäischen Rechnungshof.
Neue Euro-Banknoten: Einführung ab Ende 2026
Die Abstimmung der Bürgerinnen und Bürger ist ein Schritt in dem Prozess, an dessen Ende das endgültige Design des Euro stehen soll. Nach Abschluss der Konsultation und der Wahl des Siegerentwurfs übernimmt die EZB die technischen Arbeiten für die Produktion der neuen Banknoten. Ihre Ausgabe ist ab Ende 2026 geplant.
Ziel des Projekts ist es, das Erscheinungsbild der Gemeinschaftswährung zu erneuern und zugleich den starken Bezug zu Europas gemeinsamen Werten zu wahren – zu seinem außergewöhnlichen kulturellen Erbe und zu dem Naturreichtum, der alle Mitgliedstaaten verbindet.