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Türkei und Irak schließen Energiepakt und bauen Allianz aus

Foto: Präsidialamt der Republik Türkei
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Von Burcu Basaran
Zuerst veröffentlicht am
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Präsident Erdoğan erklärte, Iraks Premier Zeydi habe angeboten, der Türkei täglich eine Million Barrel Öl zu liefern – damit könne Ankara seinen Bedarf decken.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Dienstag den irakischen Ministerpräsidenten Ali Zeydi zu einem offiziellen Besuch im Präsidentenpalast in Beştepe empfangen. Auf der anschließenden gemeinsamen Pressekonferenz kündigten beide ein umfassendes Energieabkommen zwischen der Türkei und dem Irak an.

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Es soll den Beginn einer neuen Phase der bilateralen Beziehungen markieren. Erdoğan erklärte, der Irak werde die Türkei künftig mit bis zu einer Million Barrel Öl pro Tag beliefern. Zeydi habe ihm gesagt: "Wir können der Türkei täglich eine Million Barrel Öl liefern, damit Sie nicht auf ein anderes Land angewiesen sind."

Erdoğan entgegnete: "Ja, wir müssen uns nicht überall umsehen – wir haben unseren unmittelbaren Nachbarn. Wenn wir diese eine Million Barrel Öl hierher leiten, werden wir einen großen Teil unseres Bedarfs decken." Bei dem Treffen standen zudem die Krisen in der Region auf der Agenda, insbesondere die Lage in Palästina, Syrien und dem Iran. Erdoğan betonte, die Türkei sei bereit, den Irak bei der Beschaffung von Rüstungsgütern umfassend zu unterstützen.

Zeydis diplomatische Offensive

Ali Zeydi, der im Mai seine Regierung gebildet und das Amt des irakischen Ministerpräsidenten übernommen hat, absolvierte mit dem Besuch in Ankara nach Reisen in die USA und den Iran seine dritte Auslandsreise.

Irakischen Medien zufolge wird Zeydi anschließend nach Saudi-Arabien weiterreisen. Die türkische Regierung strebt an, die unter Zeydis Vorgänger Muhammad Schia al-Sudani aufgebaute strategische Partnerschaft mit dem Irak weiter zu vertiefen. Das international aufmerksam verfolgte Treffen fand vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie der fortbestehenden Einschränkungen für die Schifffahrt in der Straße von Hormus statt.

Unmittelbar vor Zeydis Besuch traf sich zudem der US-Botschafter in Ankara und Sondergesandte für den Irak und Syrien, Tom Barrack, mit dem türkischen Außenminister Hakan Fidan.

Weitere Schlüsselthemen: Sicherheit, Entwicklungsweg und Wasser

Unter Sudani hatte die irakische Regierung die PKK zur „verbotenen Organisation“ erklärt und in Bagdad ein gemeinsames Sicherheitskoordinationszentrum mit der Türkei eingerichtet. Diese Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus soll unter der Regierung Zeydi weiter ausgebaut werden. Ankara erwartet langfristig, dass die irakische Zentralregierung die PKK offiziell als Terrororganisation einstuft.

Der Besuch des türkischen Geheimdienstchefs İbrahim Kalın in Bagdad im vergangenen Monat diente nach Einschätzung der türkischen Regierung dazu, die sicherheitspolitische Zusammenarbeit weiter zu vertiefen.

Die PKK wurde am 28. November 1978 im Landkreis Lice in der Provinz Diyarbakır gegründet. Die Europäische Union, die USA, Großbritannien, Frankreich, die Türkei und zahlreiche weitere Staaten stufen die Organisation als Terrororganisation ein. Nach offiziellen Angaben kamen bei Anschlägen der PKK in den vergangenen knapp 40 Jahren rund 15.000 Zivilisten und Angehörige der Sicherheitskräfte ums Leben.

PKK-Gründer Abdullah Öcalan verbüßt seit seiner Verurteilung im Jahr 1999 wegen Gründung und Führung einer Terrororganisation eine lebenslange Haftstrafe im Gefängnis auf der Insel İmralı im Marmarameer.

Projekt "Kalkınma Yolu"

Ein weiteres zentrales Thema war das 17 Milliarden US-Dollar schwere Infrastrukturprojekt "Kalkınma Yolu" ("Entwicklungsstraße"), das von Basra über die Türkei bis nach Europa führen soll.

Ministerpräsident Zeydi bezeichnete seinen Besuch als "Zeichen einer Brüderlichkeit, die Jahrhunderte zurückreicht", und erklärte, die Arbeiten an dem Vorhaben seien deutlich beschleunigt worden.

Der türkische Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdülkadir Uraloğlu erklärte, das Projekt stehe kurz vor dem Abschluss der Planungsphase. Nun wollten beide Seiten die Finanzierung klären und noch in diesem Jahr mit den ersten Bauarbeiten beginnen.

Öl und Erdgas

Anfang Juli hatten beide Länder das Abkommen über die Ölpipeline Kerkük–Yumurtalık zunächst um zwölf Monate verlängert. In der nächsten Ausbaustufe soll die Kapazität der Leitung erhöht werden. Künftig soll zudem auch Öl aus Basra über die Pipeline zum türkischen Hafen Yumurtalık transportiert werden.

Darüber hinaus prüfen beide Seiten nach Angaben des türkischen Energieministers Alparslan Bayraktar, ob irakische Kraftwerke, die wegen Gasmangels stillstehen, über die Türkei mit Erdgas versorgt werden können.

Wasserbewirtschaftung nach Vorbild eines Ölfonds

Auch bei der Nutzung der Wasserressourcen von Euphrat und Tigris wollen beide Staaten einen historischen Schritt gehen. Ein vom irakischen Parlament vor wenigen Tagen gebilligtes Wasserabkommen soll am 1. September 2026 in Kraft treten und den Weg für gemeinsame Wasserprojekte ebnen.

Finanziert werden sollen die Vorhaben über einen eigens eingerichteten Fonds, in den ein Teil der Erlöse aus irakischen Ölexporten in die Türkei fließt. Beim Ausbau der Wasserinfrastruktur und dem Bau neuer Staudämme sollen spezialisierte türkische Unternehmen eine zentrale Rolle übernehmen.

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