Irans Außenminister Abbas Araghchi schrieb auf X, sein ukrainischer Kollege Andrij Sybiha habe den Angriff auf ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer "unbeabsichtigt“ genannt. Kyjiw wolle keine Eskalation.
Der iranische Außenminister erklärte, auch Teheran wolle keine weitere Eskalation mit der Ukraine. Zugleich betonte Abbas Araghchi, „jeder Angriff auf iranische Staatsbürger oder iranische Interessen ist inakzeptabel“ und die „entstandenen Schäden müssen ersetzt werden“.
Die Ukraine hatte am 25. Juli das iranische Schiff „Ana“ im Kaspischen Meer beschossen. Bei dem Angriff kam ein Matrose ums Leben, ein weiterer wurde verletzt.
Kyjiw behauptet, das Schiff habe militärische Ausrüstung für Russland transportiert.
Das iranische Außenministerium wies die Anschuldigungen aus Kyjiw zurück und erklärte, Iran spiele in der Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Russland keine Rolle.
Iran hatte den Angriff scharf verurteilt
Am Samstag hatte Araghchi den Angriff scharf verurteilt und mit Vergeltung gedroht. Er warf dem ukrainischen Präsidenten Wolodymir Selenskyj, der von dem Angriff berichtet hatte, einen Verstoss gegen das Völkerrecht vor und wandte sich dabei auch an die EU und Russland.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte - ebenfalls auf X -, er habe mit seinem iranischen Amtskollegen telefoniert. Diplomatie gehe um direkte Gespräche, auch wenn sie schwierig seien. Er habe betont, dass das Ziel der Ukraine darin bestehe, unnötige Eskalationen zu vermeiden.
Alle Handlungen der Ukraine zielten ausschließlich darauf ab, das Land vor der russischen Aggression zu verteidigen, und niemals darauf, zivile Schiffe oder Menschen zu treffen.
Präsident Selenskyj hatte auch erklärt, Russland helfe, dem von den USA und Israel angegriffenen Iran. So versorge Moskau das iranische Militär "intensiv" mit Satellitenaufnahmen von der Golfregion. Die Ukraine hatte den Staaten im Nahen Osten auch Hilfe durch ukrainische Drohnenexperten bei der Abwehr iranischer Angriffe angeboten.