Algerien zieht nach den tödlichen Waldbränden im Nordosten Bilanz. Mindestens zwölf Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Ein Video, das ein Instagram-Nutzer am 26. August im Dorf Agbala in der Provinz Jijel aufgenommen hat, zeigt Flammen, die ein Wohnhaus einschließen. Feuerwehrleute kämpfen dort gegen den Brand. Ein weiteres Video des algerischen Zivilschutzes vom 27. August zeigt Einsatzkräfte, die an mehreren Stellen in der Provinz Jijel gegen Waldbrände vorgehen; Anwohner beobachten dabei, wie die Flammen einen Berghang hinaufziehen.
In Bordj Tahar, einem der am stärksten betroffenen Gebiete der Provinz Jijel, kehrten die Bewohner in ihre Häuser und auf Felder zurück, die durch die Brände schwer beschädigt wurden. Arbeiter nahmen dort die Stromversorgung wieder auf. Nach Berichten vor Ort starben rund 400 Tiere. Auch benachbarte Dörfer wie Acherar, Anchid, El Ouadia und Taghrast sind betroffen.
Innenminister Saïd Sayoud erklärte, in der Provinz Jijel seien fünf Menschen ums Leben gekommen, in Béjaïa vier und in Tizi Ouzou drei. Weitere 54 Personen mussten mit Brandverletzungen ins Krankenhaus, darunter sechs in lebensgefährlichem Zustand. Am Donnerstag brannten nach Angaben des algerischen Zivilschutzes noch 46 Feuer von insgesamt 193, die in den vorangegangenen 24 Stunden landesweit registriert wurden.
Ministerpräsident Sifi Ghrieb reiste am 27. August nach Jijel, um sich ein Bild von den Schäden zu machen und die Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Präsident Abdelmadjid Tebboune ordnete drei Tage nationaler Trauer an. Die Fahnen werden auf halbmast gesetzt, kulturelle und sportliche Veranstaltungen sind abgesagt.