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Seoul: Streit zwischen Südkorea und Ukraine eskaliert

Kursk-Grenzregion: Ukrainische Truppen nehmen zwei nordkoreanische Soldaten fest, die an der Seite russischer Kräfte kämpfen, am elften Januar 2025
Ukraine-Armee nimmt im russischen Grenzgebiet Kursk zwei nordkoreanische Soldaten fest, die an der Seite russischer Truppen kämpfen, am 11. Januar 2025 -  Copyright  AP Photo
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Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am
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Zwei nordkoreanische Soldaten, die für Russland gekämpft hatten, wurden von der Ukraine gefangen genommen und nach Südkorea gebracht – offenbar im Geheimen. Nachdem Selenskyj die Übergabe öffentlich machte, verlangt Seoul eine Entschuldigung und droht nun mit weiteren Maßnahmen.

Der Streit zwischen Südkorea und der Ukraine eskaliert: Präsident Lee Jae-myung droht Kyjiw mit "weiteren Maßnahmen“, sollte sich die Ukraine nicht öffentlich für die Bekanntgabe einer geheim gehaltenen Übergabe nordkoreanischer Kriegsgefangener entschuldigen.

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Im Mittelpunkt stehen zwei nordkoreanische Soldaten, die Anfang 2025 von ukrainischen Truppen gefangen genommen worden waren. Beide hatten auf russischer Seite gegen die Ukraine gekämpft. Später wurden sie nach Südkorea gebracht.

Die Übergabe sollte nach Darstellung Seouls vertraulich bleiben. Doch am 23. September machte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sie in seiner Rede vor der UN-Generalversammlung öffentlich. Seoul reagierte empört und wirft Kyjiw vor, eine Vereinbarung zur Geheimhaltung gebrochen zu haben. Die Ukraine bestreitet hingegen, dass es eine solche verbindliche Vereinbarung gegeben habe.

Familien der Kriegsgefangenen in Pjöngjang in Gefahr

Südkorea warnt, dass die Familien der Soldaten in Pjöngjang ins Visier geraten können. Nordkorea ist dafür bekannt, Überläufer und ihre Angehörigen zu bestrafen. Beide Kriegsgefangene sind identifizierbar, denn südkoreanische Medien hatten sie vor ihrer Ankunft im Süden fotografiert.

Der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung hält eine Rede zum Tag der Streitkräfte auf einem Militärstützpunkt in Gyeyong, ersten Oktober 2026
Der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung hält eine Rede zum Tag der Streitkräfte auf einem Militärstützpunkt in Gyeyong, ersten Oktober 2026 AP Photo

"Wenn sich die Ukraine weiter weigert, die Fakten anzuerkennen und sich öffentlich zu entschuldigen, werden wir weitere Schritte einleiten“, sagte der südkoreanische Präsident am Freitag. Er warf Kyjiw vor, ihn als "Lügner“ darzustellen.

"Es geht um die Würde der Republik Korea und ihrer Bürger, das können wir nicht übergehen“, schrieb Lee auf X.

Nach Einschätzung von Analysten diente die Geheimhaltung der Überstellung aus südkoreanischer Sicht zumindest teilweise auch den Interessen der Ukraine. Eine Offenlegung hätte Kyjiws eigene Gefangenenaustausche mit Russland erschweren können.

Innenpolitisch könne der Kurs Seouls jedoch "problematisch werden“, sagte Shin Yul, Politikwissenschaftler an der Myongji-Universität. Er verwies auf den derzeit vergleichsweise zurückhaltenden Umgang der Regierung mit dem nuklear bewaffneten Norden.

"Im Fall Ukraine hat die Regierung sehr schnell gehandelt, bei dem nordkoreanischen Landminen-Vorfall mit verletzten südkoreanischen Soldaten aber äußerste Vorsicht walten lassen. Dieser Gegensatz könnte in der Bevölkerung für erheblichen Unmut sorgen.“

Diplomatisches Missverständnis

Lee bezog sich am Freitag auf ein Interview mit dem ukrainischen Außenminister Andrii Sybiha, das am Donnerstag bei RBC-Ukraine und anderen Medien erschienen ist.

Sybiha erklärte, er möge den Vorgang "nicht als Zwischenfall bezeichnen“ und sprach stattdessen von einem „diplomatischen Missverständnis“.

"Südkorea ist für uns ein wichtiges Land. Ich hoffe sehr auf neuen Schwung, weitere Zusammenarbeit und konkrete Ergebnisse, die wir mit ihnen tatsächlich erreichen“, sagte er.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht während der 81. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier, 23. September 2026
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht während der 81. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im UN-Hauptquartier, 23. September 2026 AP Photo

Nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes könnte Selenskyj die Überstellung der nordkoreanischen Soldaten öffentlich gemacht haben, um die Unterstützung in Südkorea für Waffenlieferungen an die Ukraine zu stärken, wie ein Abgeordneter am Mittwoch berichtete.

Südkorea hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Waffenexporteur entwickelt, besonders seit dem russischen Großangriff auf die Ukraine Anfang 2022. Dazu zählt auch ein Rüstungsabkommen im Milliardenumfang mit Polen.

Gleichzeitig liefert Seoul jedoch keine tödlichen Waffen an Kyjiw. Begründet wird dies mit der seit Langem geltenden Politik, Staaten in laufenden bewaffneten Konflikten nicht zu bewaffnen.

Weitere Quellen • AFP

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