Nigerias Medienunternehmerin Mo Abudu eröffnet in London EbonyLife Place, einen Kulturtreff für afrikanisches Kino, Black Culture und Design aus Afrika und der Diaspora.
In London hat ein neues Kulturzentrum für afrisches Kino und Black Culture eröffnet. Die nigerianische Medienunternehmerin Mo Abudu will dort Geschichten aus Afrika und seiner Diaspora einem breiteren Publikum zugänglich machen.
EbonyLife Place London umfasst ein Kino, ein Restaurant und eine Boutique, in der Designerinnen und Designer aus Afrika und der Diaspora ihre Kollektionen präsentieren. Das Projekt soll einen Ort schaffen, an dem Besucherinnen und Besucher verschiedene Facetten schwarzer Kultur erleben können, ohne dafür ins Ausland reisen zu müssen.
Für Abudu ist das Zentrum die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches: Afrikanischen Geschichten in der britischen Hauptstadt ein dauerhaftes Zuhause zu geben. „Die Idee schlummerte wahrscheinlich seit Ewigkeiten in meinem Unterbewusstsein. Ich weiß, wie wichtig es ist, dass Geschichten reisen. Ich weiß, wie wichtig es ist, dass Kultur reist. Und ich hatte das Gefühl, dass wir einen Zielort brauchen, an den diese Kultur reisen kann. Genau das hat mich auf diese Reise gebracht“, sagte sie.
Kino für Schwarze Geschichten
Im Zentrum von EbonyLife Place London steht ein Kino, das afrikanische Filme zeigt und Produktionen, die schwarze Schauspielerinnen und Schauspieler sowie ihre Geschichten feiern.
Das Programm umfasst Nollywood-Filme aus Nigeria sowie internationale Produktionen, die schwarze Lebenswirklichkeiten erkunden. Abudu kündigte an, dass das Kino auch große US-Starts mit schwarzem Cast zeigen wird.
Abudu ist überzeugt, dass afrikanische Kultur in internationalen Märkten viel sichtbarer sein sollte. Statt darauf zu warten, dass das Publikum sie anderswo entdeckt, will sie sie in einer der großen Kulturmetropolen Europas unmittelbar zugänglich machen.
„Wir haben so viel von der Welt konsumiert. Wie viel von der Welt hat uns konsumiert? Und ich warte nicht länger darauf, dass irgendjemand eine sechs Stunden lange Reise von London aus unternimmt, um zu verstehen, wie es ist, einen nigerianischen Film zu sehen oder nigerianische Mode zu erleben und so weiter. Das gibt es jetzt hier in London“, sagte sie.
Die Initiative spiegelt auch eine persönliche Ambition Abudus wider. Sie wurde in England geboren und erzählt, dass sie dort ohne Ort aufgewachsen ist, an dem sie schwarze Filme sehen konnte.
„Ich finde, wir müssen uns bewusst machen: Wenn ich diesen Moment nicht geschaffen hätte, gäbe es ihn nicht. Ob es nun der große Moment ist oder nicht – ich bin 62 Jahre alt. Ich wurde in England geboren. Ich habe viele Jahre in England gelebt. In meiner Jugend gab es keinen Ort, an den ich gehen konnte, um einen schwarzen Film zu sehen. Niemand aus meiner Generation kam auf die Idee, so etwas einzurichten. Es hat bis heute gedauert, bis jemand wie ich diesen Schritt gegangen ist.“
Afrikanisches Kino wird Mainstream
Abudus Anspruch geht über ein einzelnes Kulturzentrum hinaus. Sie will, dass afrikanisches und schwarzes Kino selbstverständlicher Teil der Unterhaltungsbranche wird, mit mehr Orten, an denen das Publikum Filme, Kunst, Mode und Essen aus der Diaspora erleben kann.
„In zehn Jahren sollten wir nicht mehr hier stehen und sagen: Dies ist das erste schwarze Kino, was es heute ist. In zehn Jahren sollte es einfach heißen: Da ist noch ein Kino. Es sollten mehrere weitere öffnen. Also Kinos, Kulturzentren, Essen, Mode, Kunst – alles unter einem Dach.“
Mit EbonyLife Place London hofft Abudu, ein Umfeld zu schaffen, in dem afrikanische Geschichten nicht mehr als Nische gelten, sondern als selbstverständlicher Bestandteil der Mainstreamkultur.