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Australiens Premier: Auto-Anschlag auf Abgeordnete "kein Unfall"

ARCHIV: Australiens Premierminister Anthony Albanese (Mitte) lässt sich nach dem Niederlegen von Blumen am Bondi Pavilion einen Tag nach der Schießerei beraten.
ARCHIV: Australiens Premier Anthony Albanese spricht nach der Schießerei am Bondi Beach in Sydney mit Polizei am Bondi Pavilion. -  Copyright  AP Photo
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Von Jeremiah Fisayo-Bambi
Zuerst veröffentlicht am
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Die 65-jährige Unabhängige Helen Haines wurde am Montagnachmittag vor ihrem Wahlkreisbüro in Wangaratta im Bundesstaat Victoria von einem SUV erfasst, wie die Polizei mitteilte.

Eine australische Abgeordnete des Bundesparlaments liegt nach einer Operation weiterhin in kritischem Zustand. Sie war verletzt worden, als ein Auto sie anfuhr – nach Einschätzung von Premierminister Anthony Albanese offenbar ein gezielter Angriff.

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Nach Angaben der Polizei wurde die 65-jährige unabhängige Abgeordnete Helen Haines am Montagnachmittag vor ihrem Wahlkreisbüro in der Stadt Wangaratta im Bundesstaat Victoria von einem Toyota Land Cruiser angefahren. Der Fahrer wurde festgenommen und befindet sich weiter in Gewahrsam.

Albanese sagte, eine landesweite Anti-Terror-Einheit, in der Polizei und Geheimdienste zusammenarbeiten, habe die Ermittlungen übernommen.

„Das war kein Unfall. Es handelt sich offenbar um eine gezielte Tat. Wir wissen noch nicht, welches Motiv dahintersteht“, sagte er der Australian Broadcasting Corporation ABC.

Zeugen berichten: Fahrer rammt Haines zweimal

Passanten überwältigten den 43-jährigen Fahrer noch am Tatort. Ermittler wollen ihn ausführlich befragen. Sein Name wurde bislang nicht veröffentlicht, und bis Dienstagmorgen lagen keine Anklagen vor.

Albanese berichtete, Augenzeuginnen und Augenzeugen hätten ausgesagt, der Mann sei zunächst an Haines vorbeigefahren, während sie am Kofferraum ihres geparkten Autos stand. Dann habe er gewendet, sei zurückgekommen und direkt auf sie zugefahren.

Eine Frau legt Blumen im Wahlkreisbüro der unabhängigen Parlamentsabgeordneten Helen Haines in Wangaratta, Australien, am Dienstag, 20. Oktober 2026, nieder. (James Ross/AAP Image via
Eine Frau legt Blumen im Wahlkreisbüro der unabhängigen Parlamentsabgeordneten Helen Haines in Wangaratta, Australien, am Dienstag, 20. Oktober 2026, nieder. (James Ross/AAP Image via AP Photo

„Das war nicht einfach ein Auto, das von der Straße abgekommen ist“, sagte Albanese dem Sender News24. „Es ist offensichtlich, dass der Angriff darauf abzielte, Helen Haines zu verletzen.“

Innenminister Tony Burke sagte am Dienstag bei ABC, Zeugenaussagen zufolge habe der Fahrer nach dem ersten Zusammenstoß zurückgesetzt und Haines ein zweites Mal angefahren.

Der Friseur Ricky Jefferies, der aus seinem Laden stürmte, um den Verdächtigen zu überwältigen, sagte vor Journalisten, er habe die Taschen des Mannes durchsucht und ihm ein Messer abgenommen. Die Polizei bestätigte den Fund und erklärte, man prüfe, ob der Angriff vorsätzlich erfolgte.

Haines sitzt seit 2019 im Parlament. Sie wurde zunächst in ein Krankenhaus in Wangaratta gebracht, einer Stadt mit 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Später wurde sie nach Angaben von Albanese mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus in der Hauptstadt des Bundesstaates, nach Melbourne, geflogen, rund 236 Kilometer entfernt.

Angriff schürt Debatte über Wut auf Politikerinnen und Politiker

Der Vorfall hat die Debatte über die Sicherheit australischer Abgeordneter neu entfacht. Politikerinnen und Politiker sind in Australien traditionell leicht für die Bevölkerung erreichbar und bewegen sich meist ohne Personenschutz. Doch die öffentliche Aufstachelung gegen Mandatsträger nimmt zu.

Die Polizei meldete 2025, dass sich die Zahl der Drohungen gegen Parlamentsmitglieder in den vorangegangenen drei Jahren verdoppelt habe. Offizielle Zahlen verzeichneten im Finanzjahr 2025/2026 mehr als 1.000 Drohungen gegen Politikerinnen und Politiker.

Albanese nannte es „bedauerlich“, dass das zunehmend polarisierte politische Klima bereits zu strengeren Sicherheitsvorkehrungen für Abgeordnete geführt habe.

„Ich glaube, die Stimmung ist aufgeheizt. Es wird zu viel geschrien, zu wenig diskutiert, zu wenig respektvoll gestritten“, sagte er. Soziale Medien spielten dabei „zweifellos“ eine Rolle, fügte er hinzu.

Ashley Mason, kommissarische Leiterin bei der Polizei von Victoria, erklärte, die Ermittler gingen von einem „Einzelfall“ aus.

„Wir haben keinerlei Hinweise auf eine weitere oder anhaltende Gefahr für andere Personen oder die Allgemeinheit“, sagte Mason vor Medienvertretern.

Weitere Quellen • AP

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