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Ex-Notenbankchef in Ungarn wegen mutmaßlichen Finanzbetrugs festgenommen

Ungarische Nationalbank und ihr früherer Gouverneur
Ungarns Zentralbank und ihr früherer Chef -  Copyright  MTI
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Von Ferenc Szekely
Zuerst veröffentlicht am
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Der ungarische Ex-Notenbankchef unter Orbán wurde festgenommen. Ihm wird schwerer Finanzbetrug vorgeworfen. Die Ermittlungen prüfen Stiftungen der Notenbank, die mehr als eine Milliarde Euro Staatsgelder verwalteten. Matolcsy weist alle Vorwürfe zurück.

Der frühere Präsident der Ungarischen Nationalbank, György Matolcsy, ist am Mittwochmorgen festgenommen worden. Ermittler brachten ihn zur Zentralen Ermittlungsstaatsanwaltschaft. Ihm wird Finanzbetrug vorgeworfen.

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Matolcsy gilt als langjähriger Vertrauter des früheren Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Er stand zwölf Jahre lang, bis 2025, an der Spitze der Ungarischen Nationalbank (MNB).

Vorwurf des schweren Finanzbetrugs

"Meinem Mandanten wird schwerer Finanzbetrug mit erheblichem Schaden sowie die Nutzung eines gefälschten privaten Dokuments vorgeworfen", sagte Matolcsys Anwalt Pál Bátki der ungarischen Zeitung Telex.

Die Vernehmung habe noch nicht begonnen, solle aber im Laufe des Vormittags stattfinden, erklärte Bátki.

In einer Mitteilung erklärte die Staatsanwaltschaft, sie führe an mehreren Orten abgestimmte Einsätze durch. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue mit besonders hohem finanziellen Schaden.

Weitere Einzelheiten wollen die Ermittler am frühen Abend bekanntgeben, wenn die ersten Schritte abgeschlossen sind.

Die Festnahme zur Vernehmung bedeutet noch nicht, dass gegen Matolcsy Untersuchungshaft angeordnet ist. Ob er nach der Befragung gehen darf, ist offen. Wird er formell als Beschuldigter geführt, muss ein Gericht über eine mögliche Untersuchungshaft entscheiden.

Schon im September war Matolcsy in einem getrennten Verfahren als Beschuldigter befragt worden. Dabei ging es um mutmaßlichen Amtsmissbrauch und Druck auf die Erste Bank Hungary, eine Tochter der österreichischen Erste Group. Er wies die Vorwürfe zurück und durfte nach der Vernehmung die Staatsanwaltschaft wieder verlassen.

Ermittlungen zu Stiftungen der Nationalbank

Die aktuelle Leitung der MNB und das Staatliche Rechnungsprüfungsamt haben Strafanzeigen im Zusammenhang mit den Stiftungen der Zentralbank gestellt.

Optima Investment, der Vermögensverwalter der Pallas-Athéné-Stiftungen, die die MNB unter Matolcsy 2014 gründete und 2019 zusammenlegte, verwaltete fast 500 Milliarden Forint (mehr als eine Milliarde Euro) an öffentlichen Geldern.

Das Rechnungsprüfungsamt stellte ein undurchsichtiges Netzwerk von Firmen und Anlagen fest sowie schwere Führungsfehler und den Verdacht strafbarer Handlungen.

Die fusionierte Stiftung PADME und Optima gerieten anschließend in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Ungarische Medien berichteten über Verbindungen zwischen dem Investmentnetzwerk und Vertrauten von Matolcsys Sohn Ádám.

Matolcsy hat die Vorwürfe zur Verwaltung der Gelder der Zentralbankstiftungen bisher zurückgewiesen.

Am 26. Mai 2026 beschloss das ungarische Parlament, einen Untersuchungsausschuss zu mutmaßlichen Missbräuchen bei der Zentralbank einzusetzen.

Ermittler untersuchen zudem den Verdacht der Untreue im Zusammenhang mit den Stiftungen und der Renovierung des MNB-Hauptgebäudes. Parallel läuft ein eigenes Verfahren wegen Geldwäsche.

Im Mai 2026 teilten die Behörden mit, sie hätten Bargeld und Wertpapiere im Wert von 91,8 Milliarden Forint beschlagnahmt.

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