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Tausende protestieren gegen Parteitag von Marine Le Pens Rassemblement National

Demonstrant zeigt Schild „Marianne, never Marine“ bei Protest am Rande des RN-Parteitags in Orléans, Frankreich, 24. Oktober 2026.
Bei einem Protest am Rande des Parteitags des rechtsextremen Rassemblement National in Orléans hält ein Demonstrant ein Schild: „Marianne, never Marine“ am 24. Oktober 2026. -  Copyright  AP Photo/Teresa Suarez
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Von Marina Stoimenova
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Der Bürgermeister von Saint-Denis, Bally Bagayoko, war in Orléans bei den Protesten gegen das Rassemblement National dabei; dort tagt Marine Le Pens Partei vor der Präsidentschaftswahl 2027.

In der französischen Stadt Orléans haben sich am Samstag tausende Menschen zum Protest versammelt. Sie protestieren gegen die rechtsextreme Partei Rassemblement National (RN), die dort ihren Parteitag abhält – kurz vor dem Start von Marine Le Pens Präsidentschaftskampagne.

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An dem Protest beteiligte sich auch Bally Bagayoko, der Bürgermeister von Saint-Denis und Mitglied der linken Partei La France insoumise (LFI). Mit ihm demonstrierten der sozialistische Parteivorsitzende Olivier Faure und die CGT-Gewerkschaftschefin Sophie Binet.

Rund 50 Parteien, Gewerkschaften und Verbände hatten zu der Kundgebung aufgerufen. Sie wenden sich nach eigenen Angaben gegen „Rassismus, Faschismus und Imperialismus“. Die Behörden rechneten mit 30.000 Teilnehmenden.

Bürgermeister von Saint-Denis aus der Partei La France insoumise (LFI), Bally Bagayoko, nimmt am Rande des RN-Parteitags an einem Protest in Orléans, Frankreich, am 24. Oktober 2026 teil
Bürgermeister von Saint-Denis aus der Partei La France insoumise (LFI), Bally Bagayoko, nimmt am Rande des RN-Parteitags an einem Protest in Orléans, Frankreich, am 24. Oktober 2026 teil AP Photo/Teresa Suarez

„Wir sind hier, um der extremen Rechten direkt ins Gesicht zu sagen, dass wir keine Angst haben“, erklärte Bagayoko bei seiner Ankunft in Orléans.

Der Bürgermeister wies den Vorwurf zurück, die Demonstranten wollten Gewalt provozieren. Er betonte, sie verteidigten Freiheit und demokratische Werte.

Bagayoko warf der extremen Rechten außerdem vor, eine hasserfüllte Rhetorik zu verbreiten. Zugleich kritisierte er Präsident Emmanuel Macron, dem er vorhält, nicht genug gegen den Aufstieg des Rassemblement National unternommen zu haben.

Die Kundgebung findet vor dem Hintergrund einer angespannten Lage im ganzen Land statt. Am Freitag hatte ein tödlicher Angriff in Trappes westlich von Paris eine Person das Leben gekostet, fünf weitere Menschen - darunter ein zwölfjähriges Mädchen - wurden verletzt.

Bagayoko stellte einen Zusammenhang her zwischen der Verbreitung hasserfüllter Botschaften, vor allem in sozialen Netzwerken, und der Tat in Trappes. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen einer terroristischen Tat eingeleitet - mit einem mutmaßlich rassistischen Motiv.

Demonstrierende halten ein Transparent mit der Aufschrift „Es lebe die Revolution“ bei einem Protest am Rande des rechtsextremen RN-Parteitags in Orléans, Frankreich, am 24. Oktober 2026
Demonstrierende halten ein Transparent mit der Aufschrift „Es lebe die Revolution“ bei einem Protest am Rande des rechtsextremen RN-Parteitags in Orléans, Frankreich, am 24. Oktober 2026 AP Photo/Teresa Suarez

Massive Sicherheitsvorkehrungen in Orléans

Rund 3.000 Polizisten und Gendarmen sichern die Stadt Orléans, aus Sorge vor Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und Anhängern der extremen Rechten.

Die Behörden setzten außerdem gepanzerte Fahrzeuge, Hubschrauber und Drohnen ein. Mehrere Geschäfte verriegelten ihre Schaufenster, und der öffentliche Nahverkehr wurde zeitweise lahmgelegt.

Der Bürgermeister von Orléans, Serge Grouard, verhängte für das Wochenende eine nächtliche Ausgangssperre für Kinder unter 15 Jahren.

Orléans ist eine Stadt mit etwa 116.000 Einwohnern. Jeanne d'Arc, auf die sich das Rassemblement National gern beruft, soll Orléans 1429 im Hundertjährigen Krieg von den Engländern befreit haben.

Offizieller Start von Le Pens Präsidentschaftskampagne

Das Rassemblement National rechnet bei seinem zweitägigen Parteitag mit tausenden Anhängern. Der Parteivorsitzende Jordan Bardella dürfte sich trotz in der Presse dokumentierten Antisemitismus-Vorwürfen an diesem Wochenende eine weitere Amtszeit an der Parteispitze sichern.

Die Zusammenkunft endet am Sonntag mit einer Großkundgebung, die den Start von Marine Le Pens Kampagne für die Präsidentschaftswahl 2027 markieren soll. Die Rechtsaußen-Politikerin liegt in den Umfragen mit etwa 30 Prozent seit Wochen vor den anderen Bewerbern.

Die Partei will mit dem Ereignis ihre Stärke demonstrieren. Marine Le Pen versucht, ihre Position im Vorfeld der Wahl im kommenden Jahr weiter zu festigen.

Die konkurrierenden Veranstaltungen fallen in ein weiteres Protestwochenende, an dem landesweit gegen Lebenshaltungskosten, öffentliche Dienstleistungen und Regierungspolitik demonstriert wird. Nach jüngsten Ausschreitungen bleiben die Sicherheitskräfte in Frankreich in erhöhter Alarmbereitschaft.

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