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Streit auch innerhalb Italiens über Verteilung von Flüchtlingen

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Streit auch innerhalb Italiens über Verteilung von Flüchtlingen
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Erneut kommen rund fünfhundert Bootsflüchtlinge nach Italien: Ein Schiff der schwedischen Küstenwache hat dreihundert von ihnen aus dem Mittelmeer geborgen.

Die anderen übernahm es von einem griechischen Handelsschiff. Sie alle wurden nun nach Sizilien gebracht.

Der Ansturm von Flüchtlingen auf Südeuropa hält an; neben Griechenland und Malta ist vor allem Italien betroffen.

Dessen Regierung will mehr Hilfe von den anderen Europäern.

Gleichzeitig wird aber im Land selbst gestritten, um die Verteilung der Flüchtlinge auf die einzelnen Regionen.

Vor allem der Landesnorden wehrt sich gegen weitere Aufnahmen; mehrere Regionen dort werden von der fremdenfeindlichen Liga Nord regiert.

Bei einem Treffen der Regierung mit Gouverneuren und Oberbürgermeistern war jedenfalls keine Einigkeit zu erzielen.

So lange aber selbst italienische Regionen keine Flüchtlinge mehr aufnehmen wollen, hat Italien mit seinen Forderungen auch bei den anderen EU-Ländern einen schweren Stand.

Bisher sind in Italien dieses Jahr rund sechzigtausend Flüchtlinge angekommen.

Bald zweitausend starben unterwegs oder sind verschollen.

Die Flüchtlingsfrage soll auch heute und morgen beim Gipfeltreffen der EU in Brüssel behandelt werden.

Zur Entlastung von Italien und Griechenland will die EU vierzigtausend Flüchtlinge
von dort auf andere Staaten umverteilen.

Bei EU-Gipfel zeichnet sich nun aber ab, dass dies nicht mit festen Quoten erfolgen soll, sondern auf Grundlage freiwilliger Zusagen.

Einzelheiten sollen die Staaten bis Ende Juli vereinbaren; also, wer wieviele Migranten aufnimmt.

Eine verbindliche Quote, wie sie die EU-Kommission vorgeschlagen hatte, ist vom Tisch.

Der EU-Ratsvorsitzende Donald Tusk sagte, Solidarität ohne Opferbereitschaft sei reine Heuchelei – allerdings müsse mehr gegen illegale Einwanderung getan werden.

Die Botschaft des Treffens müsse sein, so Tusk: “Alle, die keine legitimen Asylbewerber sind, haben keine Garantie, dass sie in Europa bleiben können.”