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Zwischen Zynismus und Meinungsfreiheit: Charlie Hebdo regt mit Flüchtlingskarikaturen auf

Zwischen Zynismus und Meinungsfreiheit: Charlie Hebdo regt mit Flüchtlingskarikaturen auf
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Die Pariser Satirezeitschrift Charlie Hebdo sorgt mit umstrittenen Karikaturen zum Flüchtlingsdrama in Europa für Schlagzeilen.

Man macht darüber keine Scherze

Neben einer Darstellung von Jesus auf einem Gewässer heißt es etwa: “Beweis für ein christliches Europa: Christen gehen auf dem Wasser, muslimische Kinder gehen darin unter.

Kritik hagelte es in sozialen Netzwerken vor allem für eine Zeichnung des im Mittelmeer ertrunkenen syrischen Jungen Aylan.

Als Bildunterschrift heißt es: “So nah vorm Ziel…”. Daneben werden Kindermenüs einer Fastfoodkette sinnbildlich beworben.

Auch weitere Karikaturen in der Ausgabe zeigen Darstellungen des syrischen Jungen und anderer Flüchtlinge, die als zynisch oder verunglimpfend empfunden werden können.

Reaktionen in Paris:

“Ob das nun von Charlie Hebdo oder von jemand anderem stammt – man macht darüber keine Scherze. Erst recht nicht zu diesem Thema. Das nennt man wohl über das Ziel hinausschießen.”

“Ich glaube, ich verstehe den Charlie-Hebdo-Humor. Aber ich weiß auch, dass viele Franzosen diesen Humor nicht begreifen. Wenn man zwischen den Zeilen liest, glaube ich, dass die Zeichnungen sich an europäische Behörden richten und diese für ihren schlechten Umgang mit dem Horror verspotten.”

Charlie Hebdo wurde im Januar Ziel eines Terroranschlages von Islamisten, dem viele Redakteure und Zeichner des Magazins zum Opfer fielen.

Insgesamt wurden 12 Menschen getötet.

Als Vorwand für das Attentat dienten den Tätern gedruckte Karikaturen des Propheten Mohammed.

Nach dem Anschlag entstand eine internationale Welle der Solidarität mit Charlie Hebdo.

Am kommenden Donnerstag (17.9.15) wird der Zeitschrift in Potsdam der “M100 Media Award” verliehen, mit dem das Recht der freien Meinungsäußerung gewürdigt wird.