Nach dem Anschlag in Ankara: Wut und Trauer in der Türkei

Nach dem Anschlag in Ankara: Wut und Trauer in der Türkei
Von Christoph Debets
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Nach dem schwersten Anschlag in der jüngeren türkischen Geschichte sind auch am Sonntag wieder in mehreren türkischen Städten tausende Demonstranten

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Nach dem schwersten Anschlag in der jüngeren türkischen Geschichte sind auch am Sonntag wieder in mehreren türkischen Städten tausende Demonstranten auf die Straße gegangen. Die Stimmung richtet sich zusehends gegen die Regierung. Immer wieder waren Rufe “Erdoğan Mörder” zu hören.

Der Ko-Vorsitzende der prokurdischen HDP, Selahattin Demirtaş, sprach von einem “Angriff des Staates auf das Volk”. An den Händen der Regierung klebe Blut.

Die HDP-Führung warf der Polizei vor, sie angegriffen zu haben, als sie am Sonntagvormittag am Anschlagort Nelken niederlegen wollte.

In der Bevölkerung herrscht große Betroffenheit:

“Es war ein großes Massaker. Die ganze Türkei trauert. Es ist passiert. Man kann so etwas verhindern, aber sie haben es nicht verhindert”, klagt eine Demonstrantin.

Als sich am Samstag Anhänger der HDP zu einer Friedensdemonstration gegen das kriegerische Vorgehen der türkischen Regierung gegen kurdische Nationalisten versammelten, kam es vor dem Hauptbahnhof von Ankara zu zwei Explosionen. Die Behörden gehen von zwei Selbstmordattentätern aus, die einer in der Provinz Adiyaman beheimateten Zelle der IS-Dschihadisten angehören sollen. Bislang hat niemand die Verantwortung für den Anschlag übernommen, bei dem mindestens 95 Menschen getötet und 246 verletzt wurden.

Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu und der sozialdemokratische Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu trafen sich am Sonntag, um über die Lage nach dem Anschlag zu sprechen.

Auch in mehreren deutschen Städten war es am Samstag zu spontanen Demonstrationen gekommen. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich an den prokurdischen Kundgebungen in Berlin, Hamburg, Frankfurt/Main, Stuttgart, Mannheim, Freiburg, Karlsruhe, Ulm und Pforzheim. Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf der Proteste.

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