Indien: Festnahmen nach tödlichem Feuerwerks-Unglück

Indien: Festnahmen nach tödlichem Feuerwerks-Unglück
Von Euronews
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Nach dem verheerenden Feuerwerksunglück in Indien sind fünf Mitarbeiter der beiden Veranstalter festgenommen worden. Eine weiterer ist flüchtig, und

WERBUNG

Nach dem verheerenden Feuerwerksunglück in Indien sind fünf Mitarbeiter der beiden Veranstalter festgenommen worden. Eine weiterer ist flüchtig, und noch ein anderer liegt verletzt im Krankenhaus. Inzwischen wurden juristische Ermittlungen aufgenommen.

Das Unglück hat eine Diskussion um fehlende Sicherheitsstandards ausgelöst. In der Nacht zum Sonntag wurde das hinduistische Neujahrsfest Vishu gefeiert. Aus diesem Anlass gab es auch am betroffenen Puttingal-Tempel im südindischen Bundesstaat Kerala ein großes Feuerwerk. Es geriet außer Kontrolle, mindestens 108 Menschen kamen ums Leben, mehr als 300 wurden verletzt.

Indiens Regierungschef Narendra Modi besuchte Verletzte in einem Krankenhaus. Besonders schwer verletzte Patienten sollten nach Mumbai oder Delhi gebracht werden, sagte er. Er versprache Kerala alle notwendige Hilfe.

Fire at temple in Kollam is heart-rending & shocking beyond words. My thoughts are with families of the deceased & prayers with the injured.

— Narendra Modi (@narendramodi) 10. April 2016

“Wir werden auch nach dem Vorfall nicht grundsätzlich verbieten, dass in Tempeln Feuerwerk gezündet wird”, sagte Anil Kumar vom «Travancore Devaswom» Komitee der Deutschen Presse-Agentur. Das Komitee vertritt mehr als 1200 Tempel im Bundesstaat Kerala. “Die Tempel müssen sich aber jedes Feuerwerk von den Behörden genehmigen lassen und alle Sicherheitsvorschriften befolgen.” Genau dies ist nach Angaben der Polizei beim Puttigal-Tempel nicht passiert. “Es gab keine Genehmigung für das Feuerwerk”, sagte die Beamtin A. Shainamol vor Fernsehkameras. Tempel müssen sich in Kerala grundsätzlich jedes Feuerwerk genehmigen lassen. Oft werden die Feiern aber auch dann abgehalten, wenn es keine Genehmigung gibt.

Medienberichten zufolge hatte der Tempel nicht nur ein einfaches Feuerwerk organisiert. Stattdessen habe zwischen den beiden Feuerwerks-Veranstaltern ein Wettbewerb stattgefunden. Beide hätten versucht, sich durch besonders spektakuläre Darbietungen gegenseitig zu übertreffen.

Wettbewerbe wie dieser sind in Kerala sehr beliebt. Je größer und opulenter ein Feuerwerk, desto besser ist der Ruf des Tempels, der es veranstaltet. Das hat messbare Folgen: Die indische Zeitung “Hindustan Times” hat berechnet, dass Unfälle mit Feuerwerkskörpern allein in den vergangenen fünf Jahren mehr als 400 Menschen in Kerala das Leben gekostet haben.

Norms violated, banned chemicals used: Officials on Kerala temple firehttps://t.co/mQXd0KNjwFpic.twitter.com/tDsDGq6Khl

— Hindustan Times (@htTweets) 11. April 2016

Zahlreiche Tempel und Veranstalter haben inzwischen angekündigt, nur noch kleinere Feuerwerke zu veranstalten oder weniger laute Feuerwerkskörper zu benutzen. Ganz darauf verzichten wollen aber die wenigsten.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Indien: nach Explosion in Tempelanlage werden juristische Untersuchungen eingeleitet

Argentinien: Polizei geht hart gegen Demonstranten vor

Trauer in Serbien: Vermisste Zweijährige mutmaßlich getötet