Kompromissvorschläge wurden von Moskau und Kiew abgelehnt
Russland nimmt nicht am diesjährigen Eurovision Song Contest in Kiew teil. Außerdem wird kein russischer Sender den Wettbewerb übertragen.
Hintergrund ist das Einreiseverbot für die russische Kandidatin ins ukrainische Kiew, wo der Wettbewerb ausgetragen wird. Russland werte das als Diskriminierung der im Rollstuhl sitzenden Sängerin Julia Samoilowa. Sie war 2015 auf der Krim aufgetreten; die Einreise über Russland ist seit der Annexion von ukrainischer Seite verboten und wird mit einer mehrjährigen Einreisesperre geahndet. Als Kompromiss hatte der Veranstalter eine Live-Schaltung ihres Beitrags angeboten. Das wurde jedoch sowohl von Kiew als auch von Moskau abgelehnt. Russlands Vize-Außenminister Grigori Karasin kritisierte das Einreiseverbot für die Kandidatin als einen “ungeheuerlichen, zynischen und unmenschlichen Akt”.
Russland zieht sich vom #esc2017 in Kiew zurück und strahlt den Wettbewerb auch nicht aus. https://t.co/hOEB2lzJHV
— ESC Deutschland (@eurovisionde) 13. April 2017
Die Musikerin, die seit ihrer Kindheit im Rollstuhl sitzt, habe mit einem früheren Auftritt auf der Krim gegen ukrainische Gesetze verstoßen, hieß es zur Begründung.
Die Halbfinals des ESC finden am 9. und 11. Mai in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt, am 13. Mai folgt das Finale.