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Katalonien: Verderben Wahlen vom 21.12. die Weihnachtsstimmung?

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Katalonien: Verderben Wahlen vom 21.12. die Weihnachtsstimmung?

Katalonien: Verderben Wahlen vom 21.12. die Weihnachtsstimmung?
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Die Katalanen blicken in eine ungewisse Zukunft. Am Wochenende sollen Gespräche beginnen ... schwierige Gespräche, um eine Regierung zu bilden.

Bei den Neuwahlen vom Donnerstag haben die Separatisten die absolute Parlamentsmehrheit errungen: Die Partei Junts Per Catalunya um den abgesetzten Regionalregierungschef Carles Puigdemont holte 34 Sitze, die linksnationalistische ERC des in U-Haft sitzenden Spitzenkandidaten Oriol Junqueras erreichte 32 Sitze. Zusammen mit den vier Sitzen der linksradikalen CUP erreichte der Block der Unabhängigkeitsbefürworter insgesamt über 70 Parlamentssitze. Die CUP erklärte sich am Freitag bereit, eine Regierung unter Führung von Puigdemont zu unterstützen.

Eine große Schlappe für den spanischen Regierungschef Mariano Rajoy. Mit nur noch drei Vertretern ist seine Volkspartei Partido Popular nun die schwächste Fraktion im Regionalparlament in Barcelona. Sein Vorgehen in der Katalonien-Krise wird von vielen kritisiert, auch in europäischen Medien.

"Die spanische Regierung möchte ihre ganze Kooperation und ihre Bereitschaft zu einem konstruktiven, offenen und realistischen Dialog anbieten. Aber immer im Rahmen des Gesetzes", sagte Rajoy nach der Wahl.

Als Wahlsieger will Rajoy den Separatisten-Chef Carles Puigdemont nicht anerkennen. Er sei aber offen für einen Dialog mit der neuen Regionalregierung, auch wenn deren Chef Puigdemont heiße. Der im Oktober abgesetzte Regionalpräsident Puigdemont hält sich immer noch in Brüssel auf. Von dort aus hat er ein Treffen mit Rajoy außerhalb von Spanien gefordert.

Die Partei des spanischen Ministerpräsidenten biete allerdings "der Siegerin der Wahl" Inés Arrimadas Gespräche an, so Rajoy. Die Frau, die Katalonien vor den Nationalisten retten wollte, errang mit ihrer liberalen Partei "Ciudadanos" 37 Parlamentssitze. Dass sie gegen die mögliche Separatisten-Koalition eine Chance auf die Regierungsbildung hat, ist allerdings unwahrscheinlich.

Katalanen sind sprachlos - wollen sich die Weihnachtszeit aber nicht verderben lassen

Der Wahlerfolg der Separatisten heizt den Katalonienkonflikt neu an: Auch wenn sich eine schwierige Phase zur Regierungsbildung ankündigt, will man sich auf dem Weihnachtsmarkt in Barcelona die Feiern vom Jahresende nicht verderben lassen.

"Die Leute sind ein bisschen traurig. Es war ein schwaches Verkaufsjahr. Ich weiß nicht, ob es wegen der politischen Lage ist, oder, weil die Menschen kein Geld mehr haben. Ich weiß es nicht. Viele sind auch in Feierstimmung, Leute kommen und kaufen Dinge, ein bisschen weniger als letztes Jahr, aber wir können uns nicht beschweren", erklärt die Verkäuferin Dolores.