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Eine Wahl, zwei Sieger - und ein großer Verlierer

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Eine Wahl, zwei Sieger - und ein großer Verlierer

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Sie ist die Siegerin der Wahlen, regieren wird sie trotzdem nicht - Inés Arrimadas, die Frau, die Katalonien vor den Nationalisten retten wollte, Spitzenkandidatin für das Amt als Regierungspräsidentin in Barcelona. Ihre Partei Ciudadanos errang 37 Sitze und wurde stärkste Kraft - aber wegen des schlechten Abschneidens ihrer möglichen Koalitionspartner gibt es keine Chance auf eine Regierungsbildung. Trotzdem feierten die Anhänger der 36-Jährigen den Sieg der Partei.

Eigentlich würde sie jetzt mit der Regierungsbildung beauftragt, fraglich ist aber, ob Arrimadas den Auftrag überhaupt annimmt, da schon jetzt klar sein dürfte, das sie keine Mehrheit zusammenbringt. 

Die Partei von Carles Puigdemont erreichte 34 Sitze, die seines Koalitionspartners von der linksnationalen ERC erreichten 32 Sitze - gemeinsam mit den vier Sitzen der CUP haben die drei eine komfortable absolute Mehrheit im neuen Parlament. Hier rächt sich jetzt möglicherweise das rigide Vorgehen Mariano Rajoys gegen die katalanischen Separatisten. 

Besonders hart traf es die in Madrid regierende Partido Popular von Mariano Rajoy. Sie rutschte von 11 auf vier Sitze ab und wird künftig als kleinste Fraktion im Regionalparlament vertreten sein. Damit straften die Wähler das international als brutal gerügte Vorgehen und die anschließende Aufhebung der regionalen Autonomie Kataloniens samt Absetzung der Regierung ab. 

Der nächste Schritt für Puigdemont ist jetzt die Rückkher nach Katalonien - wo ihm allerdings noch immer ein Haftbefehl durch die spanische Polizei droht ist. In Madrid sitzen noch immer sein Stellvertreteter Oriol Junqueras von der ERC und andere Mitglieder des Parlamentes in Haft.

Die durch Paragraf 155 legitimierte Zwangsverwaltung durch die Zentralregierung in Madrid soll in dem Moment enden, in dem eine neue Regionalregierung ihr Amt antritt. In Brüssel forderte Carles Puigdemont denn auch die sofortige Freilassung seines stärksten Koalitionspartners. Denn ohne die stimmen der inhaftierten kann auch er keine Regierungs bilden - vorausgesetzt, er wird nicht gleich selbst verhaftet, wenn er spanischen Boden betritt.