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Venezuela: Rund 80 inhaftierte Regierungsgegner sollen freigelassen werden

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Venezuela: Rund 80 inhaftierte Regierungsgegner sollen freigelassen werden

REUTERS/Carlos Garcia Rawlins
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Auf Antrag einer Kommission der verfassungsgebenden Versammlung sollen in Venezuela rund 80 inhaftierte Regierungsgegner freigelassen werden. Diese waren bei Straßenprotesten gegen den umstrittenen Präsidenten Nicolás Maduro und seine sozialistische Regierung festgenommen worden. Bei diesen Protesten kamen in diesem Jahr bereits mehr als 120 Menschen ums Leben.

Die Gefangenen sollen nach ihrer Freilassung in Kürze eine alternative Strafe wie gemeinnützige Arbeit und Entschädigungszahlungen an Opfer erhalten - das erklärte am Wochenende die Präsidentin der regierungsfreundlichen Versammlung, Delcy Rodriguez. Die Weihnachtsfeiertage seien ein "Moment der Versöhnung", sagte die 48-jährige Politikerin, die auch die Kommission leitet, die den Antrag gestellt hat.

Wegen Kritik: Brasiliens Botschafter aus dem Land verbannt

Der zweite Teil der Rede von Rodriguez ging gegen Kanada und Brasilien:

"Wir erklären den Geschäftsträger der kanadischen Botschaft und den brasilianischen Botschafter zu unerwünschten Personen ("Persona non grata") - Und das, bis die verfassungsmäßige Verbindung mit dieser Regierung wieder hergestellt ist".

Der Grund für diese Entscheidung: Kritik an der Regierung von Präsident Maduro. Beide Länder hatten Maduro wiederholt schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Der brasilianische Botschafter Ruy Pereira war am Freitag zu den Weihnachtsfeierlichkeiten in seine Heimat gereist und kann nun nicht mehr nach Caracas zurückkehren.

Die Spannungen zwischen Venezuela und seinen Nachbarländern verschärfen sich also. Das einst reiche Land ist faktisch pleite, trotz der größten Ölreserven der Welt. Durch eine Hyperinflation verschärft sich täglich die Versorgungskrise. Immer mehr mehr Menschen hungern, die Feiern vom Jahresende fallen für viele Venezolaner aus.

-- mit dpa, AFP, Reuters