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Bulgarien übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

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Bulgarien übernimmt unter seiner Staatsdevise "Einigkeit macht stark" nun erstmals den halbjährlichen EU-Ratsvorsitz. Das Balkanland hat sich die folgenden Ziele gesteckt: Sofia will zur "Sicherheit, Stabilität und Solidarität" in Europa beitragen.

Politologe Daniel Smilow vom "Zentrum für liberale Strategien" meint: "Für Bulgarien als Balklanland war schon die Vorbereitungsphase sehr wichtig. In dieser Phase wurden die meisten Reformen durchgeführt.

Wenn wir eine klare Perspektive haben, entwickeln wir uns in die richtige Richtung. Andererseits habe ich beobachtet, dass die Regierung danach strebt, den anderen EU-Ländern zu gefallen und Themen wie Korruption werden vertuscht." Gleichzeitig hat die Regierung in Sofia versucht, sich dem Nachbarn Mazedonien anzunähern. Im vergangenen Jahr unterzeichneten Bulgarien und Mazedonien einen Freundschaftsvertrag.

Die Mazedonisch-Orthodoxe Kirche hat sich der bulgarischen angeschlossen.

Stoiko Stoikow von der Organisation für die mazedonische Minderheit in Bulgarien sieht den Freundschaftsvertrag allerdings kritisch: "Das Problem zwischen Bulgarien und Mazedonien ist immer die Tatsache, dass die mazedonische Minderheit in Bulgarien nicht anerkannt wird und dass Mazedonien als eigene Nation in Frage gestellt wird. Und das ist trotz Freundschaftvertrag so geblieben, leider gibt es da keine echte positive Entwicklung."

Die Mehrzahl der Bulgaren ist EU-freundlich gestimmt. In Sofia regiert seit Mai 2017 eine pro-europäische Koalitionsregierung.

Die Tagungen während des bulgarischen EU-Ratsvorsitzes sollen nach den Worten der zuständigen Ministerin Liljana Pawlowa auf Bulgarisch geführt werden - natürlich mit Übersetzung. Bulgarisch ist mit anderen slawischen Sprachen wie etwa Serbisch oder Russisch verwandt. Die Bulgaren schreiben mit kyrillischen und nicht mit lateinischen Buchstaben. Die Landeswährung Lew (Bulgarisch: Löwe) ist im Verhältnis von 1,95:1 an den Euro gebunden.

Ausländische Diplomaten und Unternehmer schwärmen von den bulgarischen Fleischtomaten - den so genannten "Bullenherzen".

Der Schopska-Salat aus den leckeren Tomaten, Gurken, roten Zwiebeln und Paprika und mit geriebenem weißem Schafskäse und Petersilie ist bei Bulgarien-Urlaubern beliebt. Millionen Europäer genießen im Urlaub die langen Badestrände aus feinkörnigem Sand entlang der bulgarischen Schwarzmeerküste.