Syrienkonflikt: Russland schließt Krieg gegen die USA nicht aus

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebenzia in New York
Russlands UN-Botschafter Wassili Nebenzia in New York Copyright REUTERS/Shannon Stapleton
Von Euronews mit dpa/Reuters
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Russlands UN-Botschafter droht den USA offen mit Krieg, ruft aber gleichzeitig zur Zurückhaltung auf. Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien wächst die Sorge vor einer Ausweitung des Syrienkriegs. Deutschland will nicht mitmachen.

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Russland hat in der Syrienkrise den USA mit einem Krieg gedroht. Nach einem nichtöffentlichen Treffen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebenzia auf die Frage nach einem möglichen Krieg gegen die Vereinigten Staaten, er könne nichts ausschließen:

"Wir hoffen, es gibt keinen Punkt, an dem wir nicht mehr anders können; und wir hoffen, dass die USA und ihre Verbündeten von einem militärischen Eingreifen gegen einen unabhängigen Staat absehen. Die Gefahr, dass die Lage eskaliert, ist deshalb größer, weil es nicht nur um Syrien geht. Auch unser Militär ist dort auf Wunsch der syrischen Regierung im Einsatz."

Die USA, so die Befürchtung, könnten bei einem Einsatz in Syrien auch russische Soldaten treffen. Eine Entscheidung über einen Angriff steht aber noch aus. Zunächst sollen internationale Experten der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen OPCW den mutmaßlichen Giftgasangriff in Ost-Ghouta untersuchen. Es wird vermutet, dass das syrische Regime hinter dem Angriff steht. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Beweise dafür angekündigt. Über ein geplantes Telefonat zwischen Macron und US-Präsident Donald Trump gab es zunächst keine weiteren Informationen.

Auch die Briten bereiten sich auf einen möglichen Kampfeinsatz vor. Deren U-Boote sind nach übereinstimmenden Medienberichten bereits in Position und Reichweite, um Marschflugkörper nach Syrien zu starten. Das Verteidigungsministerium lehnte dazu jeden Kommentar ab. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss eine Beteiligung an kriegerischen Handlungen hingegen aus.

Das Treffen im UN-Sicherheitsrat war auf Aufforderung Boliviens zustandegekommen. Russland selbst hat für Freitag ein weiteres, diesmal öffentliches Treffen des Sicherheitsrates angesucht.

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