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Empörung über Wolfsrudel-Prozess nach sexuellem Angriff auf 18-Jährige bei der Stierhatz

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Empörung über Wolfsrudel-Prozess nach sexuellem Angriff auf 18-Jährige bei der Stierhatz

Empörung über Wolfsrudel-Prozess nach sexuellem Angriff auf 18-Jährige bei der Stierhatz
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REUTERS/Vincent West
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Es Spanien erregt der sogenannte "La Manada"-Prozess Aufsehen, "la manada" heißt "das Wolfsrudel" oder "das Rudel" - und der Prozess hat diesen Namen nach dem der WhatsApp-Gruppe, in der die fünf Angeklagten miteinander kommunizierten. Jetzt sind die fünf Männer zu einer Haftstrafe von 9 Jahren und 10.000 Euro Schadensersatz verurteilt worden. Nach spanischen Kriterien ist das eine geringe Haftzeit.

Sie hatten - nach Aussagen des Opfers - eine 18-Jährige Frau während des Stierhatz-Festivals San Fermines in Pamplona - bei dem jedes Jahr Stiere hinter rennenden Männern her durch die historische Altstadt getrieben werden - 2016 vergewaltigt. Doch der Vorwurf der Vergewaltigung wurde vom Gericht letztlich nicht anerkannt.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte 22 Jahre und 10 Monate Haft für jeden der Angeklagten gefordert. Zwei der Angeklagten gehören zu den spanischen Sicherheitskräften.

Die Verteidigung sagte, dass es einvernehmlicher Sex war und erkennt nur an, dass die jungen Männer das Handy der jungen Frau gestohlen haben.

Eigentlich hatten die Verantwortlichen des Touristen-Highlights San Fermines der sexuellen Gewalt den Kampf angesagt. Der Stadtrat hatte Überwachungskameras installiert und und mehr Polizisten losgeschickt. Aber allein im Juli 2017 gab es laut lokaler Behörden 14 Berichte über sexuelle Übergriffe in der Stadt.

Einige Tage nach Beginn des Prozesses Plakate gefunden, die an einer Brücke in Pamplona mit den Gesichtern der fünf Angeklagten und dem Wort "Justizia" (Gerechtigkeit auf Baskisch) aufgehängt waren.

Der sexuelle Angriff ist auf einem Mobiltelefonen als Video aufgezeichnet. Die Verteidigung hat nach kleinen Nuancen in der Darstellung der Frau Ausschau gehalten, die zeigen sollten, dass es einvernehmlicher Sex war.

Einer der umstrittensten Punkte des Prozesses war der Berichts eines Privatdetektivs, der im Leben der jungen Frau herumgeschnüffelt hatte. Es wurden in ihre Social-Media-Accounts unter die Lupe genommen, um zu beweisen, dass sei nicht traurig und also nicht Opfer einer Vergewaltigung war. Der soziale Aufschrei zwang die Verteidigung, diese Beweise zurückzuziehen.

"Dies ist kein Fall von männlichem Chauvinismus, Heteropatriarchat oder ähnlichem", sagte Agustín Martínez Becerra, Anwalt für drei der Angeklagten.

"Schwester, ich glaube dir" oder "wir Frauen sind das Wolfsrudel" wurde das Motto der UnterstützerInnen des Opfers, eine spanische Version von #MeToo

Das spanische Innenministerium schätzt, dass in Spanien nur 10% der sexuellen Übergriffe aus Angst vor den Folgen gemeldet werden.