Zu viel Feindschaft: Trump sagt Treffen mit Nordkoreas Staatschef ab

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Der US-Präsident reagiert auf die jüngsten Äußerungen des Kim-Regimes. Allerdings äußert Trump Bereitschaft, künftig doch noch mit Kim zu reden.

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US-Präsident Donald Trump hat das geplante Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un abgesagt. In einem Brief an Kim schreibt Trump, er habe sich sehr auf das Treffen gefreut, Nordkorea habe aber zuletzt offene Feindschaft erkennen lassen. Weiter schreibt er, es fühle sich unpassend an, das lange geplante Treffen jetzt abzuhalten.

Die gute Stimmung nach dem "historischen Gipfel", wie das Treffen zwischen Kim und Südkoreas Präsident Moon Jae-in Ende April in den Medien oft genannt wurde, ist dahin. Dennoch ließ der US-Präsident eine Hintertür für ein Treffen offen. In einer Stellungnahme vor der Presse bekundete er seine Bereitschaft, vielleicht doch noch früher oder später mit Kim zusammenzukommen.

Mit der Absage reagiert Trump unter anderem auf Äußerungen des nordkoreanischen Regimes, in denen Aussagen von US-Vizepräsident Mike Pence als dumm und ignorant bezeichnet wurden. Pence hatte Nordkorea mit Libyen verglichen. Auch Nordkorea hatte ein Treffen zwischenzeitlich mit Verweis auf ein Militärmanöver der USA und Südkorea in Frage gestellt.

Eine Machtprobe von beiden Seiten also. Auch die Atomwaffenkarte spielte Nordkorea: Es hänge von den USA ab, ob man sich am Verhandlungstisch oder bei einer nuklearen Machtprobe begegne, wird die Vizeaußenministerin Nordkoreas zitiert. In seinem Brief konterte Trump mit Verweis auf die Stärke des amerikanischen Atomwaffenarsenals. Die Atomwaffen der USA seien so mächtig, dass er zu Gott bete, dass sie nie angewendet werden müssen, adressierte Trump an Nordkorea.

Man habe sich bemüht, auf das Treffen hinzuarbeiten, so US-Außenminister Mike Pompeo, der dann noch das Kommunikationsverhalten Nordkoreas kritisierte: Keine Antworten habe man bekommen, gab sich Pompeo enttäuscht.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die beiden Seiten aufgerufen, doch noch miteinander zu verhandeln. Südkoreas Präsident Moon Jae-in hat ein Krisentreffen mit seinen Vertrauten einberufen.

Atomtestgelände gesprengt

Unterdessen hat Nordkorea offenbar Sprengungen auf seinem Atomtestgelände durchgeführt, das berichten dort anwesende Journalisten. Sie wurden eingeladen, um der Zerstörung des Testgeländes beizuwohnen, die Nordkorea kürzlich in Aussicht gestellt hatte. Anwesend waren Reporter aus Russland, China und den USA; südkoreanische Medienvertreter waren nicht auf dem Flug aus Peking mitgekommen. Eine atomare Abrüstung aber bedeutet das nicht, noch ist es nur das Testgelände, das mutmaßlich zerstört wurde. Kims Atomwaffenarsenal besteht vorerst weiter.

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