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Marokko-Fan wegen FIFA-kritischem T-Shirt in Russland festgenommen

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Marokko-Fan wegen FIFA-kritischem T-Shirt in Russland festgenommen

Marokko-Fan wegen FIFA-kritischem T-Shirt in Russland festgenommen
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Yassine Omairy
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Ein marokkanischer Fußballfan ist in Russland während des Spiels seiner Mannschaft festgenommen worden. Kurzzeitig wurde auch sein Pass beschlagnahmt. Der Grund: Der Mann trug ein T-Shirt, das den Weltfußballverband FIFA kritisierte.

Yassine Omairy, ein marokkanisch-amerikanischer Fußballfan aus Orlando, war nach der Niederlage seines Landes im Spiel gegen Portugal enttäuscht. Seiner Meinung nach hatten sowohl die Schiedsrichterentscheidungen als auch das Spielmanagement zu dem Ergebnis geführt. Also beschloss er, einen stillen Protest zu organisieren.

"Der Schiedsrichter hat zwei klare Elfmeter nicht anerkannt und das erste Tor von Cristiano Ronaldo geschah nach einem klaren Foul - das der Schiedsrichter ignorierte. Während des Spiels stellten wir fest, dass viele unfaire Entscheidungen gegen Marokko getroffen wurden. Da steckt etwas dahinter - wir haben bemerkt, dass die FIFA nur die großen Teams unterstützt", sagte er im Telefongespräch mit Euronews.

Omairy war so verärgert, dass er beschloss, seine Rückkehr nach Hause zu verschieben, um am letzten Spiel seiner Mannschaft gegen Spanien in Kaliningrad teilzunehmen. Vor dem Spiel ließ er eine kleine Anzahl von T-Shirts mit dem Slogan "Schäm dich, FIFA" bedrucken. Zudem kaufte er schwarze Armbinden, um sie an andere Fans zu verteilen.

Im Stadion forderte man ihn auf, T-Shirt auszuziehen, doch er weigerte sich. Anschließend wurde kamen drei Polizisten und brachten ihn dazu, seinen Protest zu beenden. Dennoch wurde er später zu einer Polizeistation eskortiert. Dort wurden ihm sein Telefon und sein Pass kurzzeitig abgenommen. Für die zweite Halbzeit ließ man ihn aber wieder frei.

Yassine Omairy
Yassine Omairy machte dieses Foto in der Polizeistation Yassine Omairy.Yassine Omairy

"Nach dem Spiel ging ich meinen Pass abholen und sie sagten mir, ich solle das Land so schnell wie möglich verlassen", sagte er gegenüber Euronews. "Ich werde diese Erfahrung nie vergessen, weil ich ungerecht und falsch behandelt wurde."

Euronews hat die FIFA um eine Stellungnahme gebeten.