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"No-Dreal-Brexit": Nicht gewünscht, aber möglich

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"No-Dreal-Brexit": Nicht gewünscht, aber möglich

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Die britische Regierung will im Falle eines Ausbleibens eines Abkommens über ihren EU-Austritt einige EU-Regeln akzeptieren. Großbritannien werde einigen EU-Finanzdienstleistungsunternehmen weiterhin Zugang zum britischen Markt gewähren, um bei einem "No-Deal"-Brexit die Stabilität aufrechtzuerhalten.

Brexit-Minister Dominic Raab glaubt weiter an eine Einigung mit der Europäischen Union: "Grundsätzlich hoffen wir weiter auf ein Abkommen. Wir müssen aber auch andere Möglichkeiten in Erwägung ziehen, etwa dass die EU mit unseren Zielen nicht übereinstimmt und wir kein Abkommen zustandebekommen. Lassen Sie mich ganz klar sagen: Das ist nicht, was wir wollen oder was wir erwarten. Wir müssen aber vorbereitet sein auf alle Möglichkeiten."

Im Falle eines "No-Deals" würde es kein Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU geben. Es würden die Regeln der Welthandelsorganisation WTO gelten. Die Waren würden sich durch neue Zölle verteuern.

Betroffen wäre etwa der Medizinsektor. Hier müsste die Katastrophenvorsorge - wie die Bevorratung mit Impfstoffen und anderen Medikamenten - neu organisiert werden. Importregelungen würden zunächst fehlen.

Auch die Luftfahrt müsste neu geregelt werden. Im Falle eines "No-Deal-Brexits" würden die Briten auch das Single-European Sky-Programm verlassen. Die Folge: Alle Überflugrechte müssten neu ausgehandelt werden.

Für den Handel würde der Brexit bedeuten: Importe aus der Europäischen Union würden teurer und mehr Zeit brauchen wegen der wieder einzuführenden Kontrollen.

Unterdessen mehren sich Brexit-kritische Stimmen in Großbritannien. Viele Briten merken, dass der Austritt aus der Union schwieriger zu bewerkstelligen ist, als sie es sich ausgemalt hatten.