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Rätsel um Tod britischer Urlauber in Ägypten

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Rätsel um Tod britischer Urlauber in Ägypten

Rätsel um Tod britischer Urlauber in Ägypten
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Nach dem ungeklärten Tod zweier Gäste in einem Hotel im ägyptischen Hurghada besteht die Tochter des verstorbenen Paares auf ihren Verdächtigungen. Reiseveranstalter Thomas Cook nahm eigene Ermittlungen auf und schickte Experten vor Ort, die das Wasser. Lebensmittel und die Klimaanlage untersuchen sollten. Testergebnisse sollen in den nächsten zehn Tagen vorliegen. Nach ersten Angaben der ägyptischen Staatsanwaltschaft seien die technischen Geräte in dem Zimmer einwandfrei gewesen. Das überzeugt Tochter Kelly Ormerod nicht:

"Als sie an diesem Abend in dieses Zimmer zurückkehrten, war da etwas in diesem Zimmer, das sie getötet hat. Ob sie etwas eingeatmet haben, das sie vergiftet hat, weiß ich nicht. Ich kann nur meine Meinung dazu äußern, aber in diesem Zimmer ist etwas passiert, das meine Eltern umgebracht hat."

Vermehrte Krankheitsfälle

Laut einer Erklärung des ägyptischen Tourismusministeriums starben der 69-jährige Brite an einem plötzlichen Herzstillstand und seine 63-jährige Frau an "Kreislaufkollaps und Atemversagen". Viele der über 300 Thomas-Cook-Urlauber, die ihren Urlaub in dem Hotel abbrachen, klagten über Erbrechen, Magenkrämpfe und Durchfall. Das "Aqua Magic" weist alle Anschuldigungen für die Krankheiten verantwortlich zu sein, zurück und nennt Vermutungen über eine Lebensmittelvergiftung "vorschnelle Spekulation".

Die ägyptische Staatsanwaltschaft wartet noch auf den Bericht des Gerichtsmediziners zur genauen Todesursache des Paares.

Spekulationen um Vertuschung

Nach einem britischen Zeitungsbericht fand das Reiseunternehmen Thomas Cook keine Anzeichen für eine Kohlenmonoxidvergiftung. Im selben Bericht vermutete Reiseschadenexperte Nick Harris von Simpson Millar eine Vertuschung: Seiner Meinung nach könnte es entweder eine Kohlenmonoxidvergiftung, eine Lebensmittelvergiftung oder eine Wasservergiftung sein. Zwar seien das reine Spekulationen. Allerdings hätte es in der Vergangenheit bereits Hygienebeschwerden bezüglich dieses Hotels gegeben. Das Reisebüro wolle mit der Wahrheit nicht herausrücken, weil es einen Imageverlust fürchtet, so Harris: "Wenn sich der Verdacht bewahrheitet, wäre das sehr geschäftsschädigend, nachdem zwei Kinder während ihres Urlaubs im Jahr 2006 auf einem Urlaub des Reiseveranstalters an Kohlenmonoxid gestorben sind."