Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Berlinale: Politdrama "Gelbe Briefe" von Ilker Çatak gewinnt den Goldenen Bären 2026

AP Foto/Ebrahim Noroozi
AP Foto/Ebrahim Noroozi Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
Copyright Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
Von Euronews with AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Der deutsche Regisseur Ilker Çatak hat den Hauptpreis der Berlinale 2026 gewonnen. Der Filmemacher nahm den Goldenen Bären von Jurypräsident Wim Wenders entgegen.

Der Film "Gelbe Briefe" des deutschen Regisseurs Ilker Catak hat bei den Berliner Filmfestspielen 2026 den Goldenen Bären für den besten Film gewonnen.

WERBUNG
WERBUNG

Cataks Film ist ein politisches Drama und erzählt die Geschichte eines türkischen Regisseurs und seiner Frau, die Schauspielerin ist. Beide werden plötzlich wegen ihrer politischen Ansichten mit einem Arbeitsverbot belegt. Der Film spielt in der Türkei, wurde jedoch in Berlin und Hamburg gedreht.

Jurypräsident Wim Wenders bezeichnete den Film als "eine erschreckende Vorahnung, einen Blick in die nahe Zukunft, die auch in unseren Ländern passieren könnte".

"Dies ist ein Film, der sehr deutlich über die politische Sprache des Totalitarismus im Gegensatz zu der einfühlsamen Sprache des Kinos spricht", sagte Wenders.

Çataks Film "Das Lehrerzimmer" war vor zwei Jahren für den Auslands-Oscar nominiert.

"Gelbe Briefe" (oder "Yellow Letters") ist ab dem 5. März in Deutschland in den Kinos zu sehen.

Silberner Bär für Sandra Hüller

Die 47-jährige deutsche Schauspielerin Sandra Hüller bekam für ihre Rolle im Historien-Drama "Rose" des Österreichers Markus Schleinzer den Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung. Der Schwarz-Weiß-Film spielt im 17. Jahrhundert und Sandra Hüller eine Frau, die sich als Mann verkleidet, um frei leben zu können.

Zahlreiche Preise und Weltruhm erlangte Sandra Hüller mit ihrer Rolle in "Anatomie eines Falls" von Justine Triet.

Großer Preis der Jury für "Kurtuluş"

Der Große Preis der Jury der Berlinale ging an "Kurtuluş" (int. Titel "Salvation") von Emin Alper. Der türkische Filmemacher bekundete in seiner Dankrede für den Silbernen Bären seine Solidarität mit mehreren prominenten Oppositionellen, die in der Türkei im Gefängnis sitzen, darunter der inhaftierte Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu.

Streit um Nahost und Politik

Bei einer Pressekonferenz zu Beginn der Berlinale antwortete Jurypräsident Wim Wenders auf eine Frage zur Unterstützung Israels durch die deutsche Regierung, er wolle nichts zur Politik sagen.

Auf derselben Pressekonferenz hatte er erklärt, dass Filme die Kraft hätten, "die Welt zu verändern", jedoch auf anders als die Politik. Wenders Äußerungen als Antwort auf die Frage zu Nahost lösten jedoch eine Welle der Empörung aus.

Die preisgekrönte indische Schriftstellerin Arundhati Roy, die eine restaurierte Version eines von ihr geschriebenen Films aus dem Jahr 1989 präsentieren sollte, sagte ihre Teilnahme an der Veranstaltung ab und bezeichnete Wenders' Worte als "unzumutbar".

Am Dienstag verurteilte ein offener Brief, den zahlreiche VIP der Filmindustrie unterzeichnet hatten, darunter die Schauspieler Javier Bardem und Tilda Swinton sowie der Regisseur Adam McKay, das "Schweigen der Berliner Filmfestspiele zum Völkermord an den Palästinensern" und warf ihnen vor, sich an der Zensur von Künstlern und Künstlerinnen zu beteiligen, die sich gegen Israels Vorgehen aussprechen.

Direktorin Tricia Tuttle, die seit zwei Jahren an der Spitze der Berlinale steht, wies die Vorwürfe entschieden zurück. In einer Rede zu Beginn der Zeremonie am Samstag sagte sie, dass "ich zu Wort zu melden Teil der Demokratie ist“.

"Wir respektieren Menschen, die ihre Meinung sagen, denn dazu braucht es viel Mut“, sagte sie und: "Wir stimmen nicht immer mit allen Behauptungen überein, die über uns aufgestellt werden."

Liste der Berlinale-Preise 2026

  • Goldener Bär für den besten Film: "Gelbe Briefe" von İlker Çatak
  • Silberner Bär Großer Preis der Jury: "Kurtuluş" von Emin Alper
  • Silberner Bär Preis der Jury: "Queen at Sea" von Lance Hammer
  • Silberner Bär für die beste Regie: Grant Gee für "Everybody Digs Bill Evans"
  • Silberner Bär für die beste schauspielerische Leistung: Sandra Hüller in "Rose"
  • Silberner Bär für die beste schauspielerische Leistung in einer Nebenrolle: Anna Calder-Marshall und Tom Courtenay in "Queen at Sea"
  • Silberner Bär für das beste Drehbuch: Geneviève Dulude-de Celles für "Nina Roza"
  • Silberner Bär für künstlerische Leistung: Anna Fitch und Banker White für "Yo (Love is a Rebellious Bird)"
  • Bester Dokumentarfilm: "If Pigeons Turned to Gold" von Pepa Lubojacki
Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Vom Ort der Angst zum normalen Bahnhof - Berlinale-Doku zeigt Friedrichstraße nach dem Mauerfall

Charli xcx und "Brat" erobern die Berlinale - Was steckt hinter den giftgrünen Plakaten?

Berlinale: Politdrama "Gelbe Briefe" von Ilker Çatak gewinnt den Goldenen Bären 2026